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  • Bluebird47

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Worauf es hinaufläuft

Wir wissen es doch. Die völlige, umfassende Amerikanisierung der
Welt. Mit dem Bush-Amerika, wie es sich gegenwärtig dem schockierten
Betrachter zeigt, ein quasi-faschistischer Staat mit
imperialistisch-militiaristischen Weltmachtsbestrebungen (mit der
Direktive, mit aller notwendiger militärischer Gewalt die gesamte
Menschheit wirtschaftlich zu versklaven, politisch hörig zu machen
und jede kulturelle Diversität zu nivellieren), ist dies
gleichbedeutend mit einem globalen Imperium Romanum, dessen
wirtschaftliche Potenz der Garant für eine Machtstabilität für
Jahrhunderte sein könnte. Ich sehe hier noch drei Auswege, die
einzeln, aber auch alle drei gleichzeitig angewandt werden können,
aber doch auch alle drei in der bereits bestehenden Situation recht
unrealistisch sind:

- Entamerikanisierung von Innen: konsequente Reinigung der
amerikanischen Führungsstrukturen von faschistoiden Elementen,
ähnlich den großen Entnazifizierungsprozessen nach dem Zweiten
Weltkrieg, unter Einschließung der umfassenden Vernichtung der
amerikanischen biologischen, chemischen und atomaren
Massenvernichtungswaffen. Dies ist ohne eine übermächtige, fiktive
UN-Armee unter Beteiligung aller großen Nationen nicht realisierbar.

- Entamerikanisierung von Außen: eine "Policy of Containment" ist der
Schlüssel. Europa und Asien schließen sich zu einem
politisch-militärischen Machtbündnis zusammen, z.B. mit der Kernachse
Berlin-Paris-Moskau-Peking, um einen wirksamen Gegenpol zur
US-Hegemonialmacht darzustellen und die bisher ungehinderte
amerikanische Ausbreitung in der Welt wirksam zu stoppen. Nachteil:
ähnlich der amerikanischen "Policy of Containment" zur "Eindämmung
der Roten Gefahr" läuft das ganze auf einen neuen Kalten Krieg
heraus, auf eine Blockbildung in der Welt, was die Gefahr eines neuen
Weltkriegs birgt.

- Entamerikanisierung im Herzen: wie vom ersten Poster schon
angedeutet, ist das Problem bilateral zu sehen. Die Amerikaner wären
nicht so erfolgreich, wenn die Leute sich nicht assimilieren lassen
*würden*. Die Waffe der Amerikaner sind ihre Produkte, die "Coolness"
ihrer "Brand America". Die Leute schert es einen feuchten Dreck, ob
kulturelle Vielfalt zerstört wird oder ein gefährlicher
wirtschaftlicher (und damit auch politischer) Machtmonopolismus
droht, wenn es um ihr eigenes Wohlbefinden geht. Dies sehe ich als
einzige echte, friedliche Möglichkeit, die Amerikanisierung der Welt
zu stoppen, weil sie die amerikanische Philosophie eines
Imperialismus der freien Märkte an der Wurzel trifft: ohne Nachfrage
bricht das Wirtschaftsimperium in sich zusammen. Trotzdem, mein
Fatalismus sei mir verziehen, wenn ich behaupte, dass dies die
unmöglichste Variante ist. Die dumme Mainstream-Masse (BILD wurde ja
bereits zitiert) wird sich nicht von ihrer Amerika-Hörigkeit
abbringen lassen. Der Schlachtruf der Aufklärung "Sape Audere"
verhallt weiterhin ungehört.
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