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  • freudhammer

775 Beiträge seit 14.12.2014

Anmerkung zu zwei Zitaten aus dem Text

Ziemlich lange Vorrede, Herr Konicz um zu ihrem Lieblingsthema „Neue Rechte“ zu kommen. Auch wenn ich nicht genau weiß, was Sie darunter alles verstehen, so vermute ich, dass sie auch alle wertkonservative Vernunft in den Sack stecken. So wie sich in einem Raum mit unbekannten Menschen sehr schnell die Narren gefunden haben und sich gruppieren, so finden auch schnell die Ideologen zueinander. Und da diese ihr Wertgefühl aus ihrer vermeintlichen Andersheit zum Gegner schöpfen, muss man sich diesen Gegner auf Biegen und Brechen warmhalten, da man sonst selber zu existieren aufhört. So schafft sich der linke Narr immer rechte Narren, er züchtet sie quasi, füttert sie wie einen Sauerteig und lässt sich dabei von Kräften helfen, die eigentlich seine Feinde sein sollten, denn sie sind der Inbegriff jener Krankheit, an der die Welt dahinsiecht. Womit wir bei Carl Schmitt und dem aufgeführten Zitat wären: „Wer Menschheit sagt, will betrügen“. Von diesem zweifelhaften rechten Kopf stammt auch der Satz: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet“. Obwohl ich kein Rechter bin, auch nie war, hole ich mir von ihren Weisheiten (so es noch mehr davon geben sollte) was mir wahr zu sein scheint. Ich nehme an, Herr Konicz, dass derartiges ihnen nicht passieren kann. Sie werfen da lieber, Sigmund Freuds Hypothese vom „Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb“ in die Debatte, eine der vieldiskutierten Lachnummern aus meiner Jugendzeit. Freuds Hypothese ist falsch und entstand wohl durch den Umgang mit geistig gestörten Patienten in der Psychiatrie. Geistig gesunde Lebewesen dagegen wollen sich selber nicht vernichten, im Gegenteil, sie wollen leben, der Selbsterhaltungstrieb stellt sogar noch die nachgeordneten Triebe wie Hunger, Durst, Schlaf und mit deutlichem Abstand Sex in den Schatten. Es gibt auch keinen Aggressionstrieb, sondern nur die Fähigkeit dazu. Die Welt ist leider so gestrickt, dass sie aggressives Verhalten belohnt, nicht selten sogar unmittelbar. Da dies auch über "lernen am Modell" funktioniert, kann sich jeder ausmalen, was das bei der Flut an erfolgreichen aggressiven Vorbildern bewirkt.

Ein anderes Thema ist, dass der Mensch aus lauter „Lebenwollen“ in einer unsicheren und kalten Welt, durch das Gieren nach materiellen Gütern, mehr Sicherheit zu erlangen versucht, was schnell krankhaft wird. Diese Krankheit hat vielleicht die längste Blutspur durch die Geschichte gezogen. Ihre Quelle ist aber kein Trieb sondern Unvernunft und die Quelle für Fanatiker aller Art, die einen als Handlanger, die anderen als Rechtfertigung, warum sie als Handlanger nötig sind.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.08.2019 15:07).

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