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Katrins neuer "Futurologischer Kongress"

Beim Lesen jener Film-Nacherzählung von Frau McLean erinnerte ich mich an den "Futurologischen Kongress" von Stanislaw Lem. Dessen Protagonist Ion Tichy wacht in einer fernen Zukunft auf, in der trotz der weiter gewachsenen Bevölkerung, Frieden und allgemeiner Wohlstand herrschen. Allerdings ist das ganze Glück nur vorgetäuscht - durch die Verabreichung von Psychopharmaka. Als Ion Tichy ein Gegenmittel bekommt, löst sich jener Fortschritt auf, es herrscht Armut, Hunger und Krankheit.

Und so möchte man jener Frau Katrin McLean, geb. Dorn doch zurufen: "Was immer Sie nehmen, setzen Sie es ab!"

Denn tatsächlich ist jener Film und die die Nacherzählung so weit von der Wirklichkeit entfernt, wie es nur irgendwie möglich. Ein paar Stichpunkte will ich herausgreifen:

- Die Anwesenheit von - regulären- russischen Truppen wurde bereits mehrfach ganz offiziell von Seiten Russlands bestätigt. Dazu kommen noch die diversen privaten russischen Sicherheitsdienste, wie z.B. TschWK Wagner. Und natürlich all jene russischen Freiwilligenverbände, die die russischen Kosakengruppen zusammenstellen.
- Über 3000 tote russische Soldaten sind inzwischen identifiziert, es werden aber deutlich mehr sein.
- Die Surkow-Leaks dokumentieren genau, wie Russland die Ostukraine steuert.
- Die OSZE dokumentiert ebenfalls, wer wie von wo aus ballert. Und in Bezug auf den Bruch des Waffenstillstands sind die russischen Terrorbanden deutlich im Vorteil. Wie auch in der Tatsache, dass sie fleißig versuchten, die Demarkationslinie zu ihren Gunsten zu verschieben. Extremstes Beispiel: Die widerrechtliche Einnahme der Stadt Debalsewe - übrigens mit Einsatz von russischen Truppen.

Und auch die demokratische Gemeinschaft dort gleicht eher einer Räuberrepublik. Keiner der Chefs ist demokratisch legitimiert, die Protagonisten werden wie Marionetten von Russland geführt. Und wer nicht spurt, wer die Beute nicht mit der Mafia im Hintergrund teilt, der wird irgendwann gemeuchelt.

Es gibt ein schönes Foto, wie jene Bande in Lugansk die Macht an sich riss und im Rathaus vor der Kamera posierte:
http://www.oskarmaria.de/images/stories/2017/DonetskMinisters.jpg
Von jenen neun Personen sind inzwischen fünf unter mysteriösen Umständen gestorben. Dazu kommen noch all jene Figuren, die in Donesk gemeuchelt wurden: Giwi - Michail Tolstych, Evgeny Zhilin, Motorola - Arseni Pawlow - um nur die wichtigsten zu nennen. Im Moment teilen sich zwei Personen die Macht:
- Igor Plotnitskiy in Lugansk, ein farbloser Apparatschik und korrupter Staatsführer, wie eine Vielzahl seiner eigenen Truppenführer erkannt hatten. Keiner hat die Kritik am bösen Igor überlebt.
- Alex Sachartschenko, ein ehemaliger kleinkrimineller Unternehmer, der von weiteren Eroberungen träumt und seine faschistoide Gesinnung kaum verbergen kann.

Also aufwachen, Katrin! Im Gefolge von jenen Gesellen sind Diebstahl und Mord, Krieg und Plünderei, Despotismus und Tyrannei an der Tagesordnung. Wer Frieden will, muss sich von russischer Rüstungs- und Kriegstreiberei distanzieren. Die wirtschaftlich abgehängten Regionen Transnistrien, Abchasie und Südossetien sind abschreckende Beispiele, die aus jenem russischen Imperialismus entstanden sind..

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (16.03.2017 00:08).

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