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  • Apokalyptisch sibirischer Tiger

mehr als 1000 Beiträge seit 28.01.2013

Moment mal so sicher nicht!

Von Martin Heidegger abgesehen, lebten alle hier genannten, vor der
Katastrophe des 2. Weltkriegs und selbst hier stellt sich die Frage
ob die Schriften vor der Katastrophe waren, aus der Zeit der
Katastrophe stammen oder hernach?

Alles was davor war, war zu seiner Zeit vermutlich umgangssprachlich,
es gab vermutlich wenn überhaupt nur sehr zaghafte stimmen, so nicht,
die Literatur mag daher aus heutiger Sicht rassistisch und
menschenverachtend sein, in seiner Zeit in der zum Teil noch
Hexenverbrennungen das übliche waren, waren sie es wohl eher nicht.

Und wir sollten bitte nicht so tun als hätten wir die Weisheit mit
dem Löffel gefressen, 1970 war die übliche Formulierung für
neurologisch und psychiatrische Erkrankungen, von Gehirngeschädigten
zu sprechen. Sitzplätze sind für Schwerbeschädigte freizuhalten.

Im Wandel der Zeit änderte sich das dann, auf "Behinderte Personen",
"Menschen mit besonderen Bedürfnissen" und heute, "Halte sie die
Sitzplätze frei für Menschen die es notwendiger haben".

Zu Zeiten als Pippi Langstrumpf entstand war die übliche Formulierung
auch Neger, wobei in dem ganz speziellen Fall noch die Ironie ist,
der einzige Neger der in der Geschichte vorkommt war ein Negerkönig
und der war ein Mensch mit heller Hautfarbe.

Bei der Bezeichnung Eskimo die heute Inuit genant werden verstehe ich
es überhaupt nicht, weder ist es für mich herabwürdigend noch negativ
besetzt, schlicht Eingeborene die im Polargebiet wohnen, und dort
unter harten und sehr harten Bedingungen leben und überleben...

Persönlich denke ich mal es hat wenig Sinn mit Verboten und
Umformulierungen die Gedanken der Vergangenheit umzuschreiben oder zu
verbieten, das schlimmste was wir machen können unsere eigne
Geschichte derart zu verfälschen und zu manipulieren das zukünftige
Genartionen erhebliche Probleme bekommen werden.

In Wien wurde der Karl-Lueger-Ring umbenannt zum Universitätsring,
schlicht weil Karl-Lueger Dinge sagte und machte die nicht mehr mit
unserem Zeitverständnis übereinstimmen, es gab aber nie eine
Diskussion wie weit seine Art damals überhaupt von der Norm abweicht,
und einer der ältesten Universitäten der Welt sollte auch nicht so
tun als hätte sie die Weisheit mit dem Löffel gefressen, bin sicher
das einiges an Dreck hervorkommt wird in deren Geschichte nach
gebohrt.

Bevor man also von Nationalismus, Faschismus und Rassismus redet und
verurteilt ist erstmals zu erforschen ob es ein signifikante
Abweichung von der in dieser zeit üblichen Regeln und Normen gab, und
zweitens darauf hinweisen, das es nicht mehr unserem Zeitgeist
entspricht derartige Formulierungen zu tätigen, jetzt alles mir einem
Schlag zu verteufeln - auch wir sind nicht unfehlbar, haben die
Weisheit nicht mit den Löffeln gefressen und in Zukunft wird man uns
ebenso verurteilen wie wir heute Urteilen.

Der Tiger
(Und wer schreit auf wenn es um Menschenverachtende Dinge wie diese
geht:
> Homosexuelle: Russlands Kirche für Verbotsreferendum
> http://religion.orf.at/stories/2624687/

oder 

> Ecclestone verteidigt Putins Anti-Homosexuellen-Politik
> http://orf.at/stories/2219214/
Wahrscheinlich und hoffentlich wird in 100 Jahren heutige
Persönlichkeiten wie Bernie Ecclestone, Wladimir Putin und Patriarch
Kyrill ebenso verurteilt werden wie wir heute Verurteilen, allerdings
besteht dennoch ein unterschied, die jetzt verurteilte Literatur
verletzt "nur" in Worten, während diese Typen teilweise ganz real
Menschen verletzten und Existenzen zerstörten!) 

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