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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Halt die Berliner Republik

Damals in den 1980'er Jahren gab es ja das sog. Waldsterben.
Was heute irgendwelche Simpel als eine Art Hysterie abtun, weil der Wald ja immer noch "lebt", war damals die banale Erkenntnis, das Wälder umkippen und kaputt gehen können, die 100´te Kilometer von jeder Industrie entfernt sind und überhaupt nicht bewirtschaftet wurden.
Während in der DDR der Umweltschutz immer nur auf dem Papier existierte, gab es in der BRD vorher die Politik der hohen Schornsteine. Danach wurden die Industriebetriebe dazu verdonnert ihre Rauchgase zu filten.
Der sog. Sauren Regen, der als Ursache für das Waldsterben identifiziert wurde, bestand auf Schwefeloxiden und Stickoxiden.

Heute brummern viel mehr PKW durch Deutschlands Straßen. Das Gros dieser PKW hat eine Abgasreinigung, die sich einfach an kalten Tagen abstellt und dann ungefiltert und mit einem sehr viel höheren Anteil an NOX, die Abgase in die Umwelt pumpt.
Aber hey, in Berlin kümmert man sich rührend um den Artenschutz. Insbesondere von den ganzen SUV und PKW-Modellen. Trotz Klimawandel, der Energieproblematik und der Abgase ist es kein Problem einen PKW zu erwerben, der im Normalbetrieb seine 10 Liter über den Durst genehmigt. Sehr gerne auch als Dienst- oder Firmen-PKW vom Steuerzahler quersubventioniert.

Die grundlegenden Ursachen für heutige Baumschäden gehen bis in die Nachkriegszeit zurück, als man die Wälder vor allem aus wirtschaftlichen Gründen wieder aufforstete. Auf den artenarmen Baumplantagen forstete die industrielle Forstwirtschaft mit standortfremden Nadelbäumen wie Fichten und Kiefern auf. Pflanzung, Pflege und Kahlschlag erfolgten gleichzeitig.

Das ist eine lustige Kolportage.
Das Problem bei den Wäldern in den Mittelgebirgen ist auch marktwirtschaftlicher Natur.
Arbeit im Wald ist ein Knochenjob. Früher sind die Holzfäller dort mit Pferden rein und haben bei Gebirgslagen die Stämme damit und mit Handarbeit nach Unten gezogen. Ein lebensgefährlicher Job. Nein, dort kann man die ganzen modernen Baumsäge- und Entaster garnicht einsetzen, weil das Gerät überhaupt nicht in diesen Hanglagen eingesetzt werden kann.
Dafür hatte man bis zum aktuellen Knatsch mit Belarus lieber das billige Holz von dort importiert.

Auch kann man sich in Deutschland eine ordentliche Naturpflege garnicht mehr leisten.
Bei uns kommt überall die Kette und der Schredder vorbei, weil das die Lohnkosten minimiert und die letzten Deppen diesen Job machen können.

Um es einmal ganz nüchtern auszudrücken:
Wir verschwenden unser Geld und unsere Arbeitskräft lieber woanders und lügen uns die Realität schön. Wer für Freund Borki ein Refugium schafft, der muss sich dann auch nicht wundern, wenn der dann ganze Wälder niedermähen kann.

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