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  • Keorangar

mehr als 1000 Beiträge seit 24.06.2011

Die deutsche Industrie + Wirtschaftspolitik ist doch so kreativ oder destrukiv

Wir haben einen fünfsprachigen Onlineshop und so sieht der Alltag aus:

Die Franzosen und Niederländer bestellen online, legen Ihre Artikel in den Warenkorb und zahlen mit Paypal o.a. angebotenenen Methoden. Die Ware, die eine Firma in FR oder NL schnell benötigt, wird spätestens am nächsten Tag versendet. Die Italiener kleben nioch etwas mehgr an der klassichen Überweisung, bestellen aber auch meistens online und siehe da, das Geld ist schnell da, die Ware schon auf dem Weg.

Deutsche Firmen, je größer, je namhafter, lieben es ganz anders. So sieht der Alltag aus: Kleine Firmen bestellen sofort online, große Firmen senden eine Mail, für die muss jemand einen fast standardisierten Wortlaut erfunden haben:

"Wir benötigen einmal das Produkt X. Bitte senden Sie uns dafür einen Kostenvoranschlag mit Preis brutto und netto, Versandkosten und Lieferzeit." Die Franzosen und Niederländer lachen sich über so was nur tot: alles Angaben, die man jederzeit online lesen kann.

Antwortet man nun einem deutschen Kunden, dass Onlineanmgebote verbindlich sind und alle geforderten Angaben jederzeit 24 Stunden rund um die Uhr einsehbar sind, dass man den Preis im Shop sehen kann, ebenso den Anteil der Märchenmsteuer, dass direkt unter diesen Daten ein Link zu den Versandkosten ist und die Lieferzeiten unübersehbar neben dem Preis stehen, ist der deutsche Kunde garantiert ein wenig düpiert und antwort mit einer weiteren Mail: "Wir brauchen einen Kostenvoranschlag, wir dürfen nicht online bestellen."

Gut, der Kunde bekommt seinne Kostenvoranschlag, das dauert natürlich etwas länger, die Firmen in Frankreich und den Niederlanden arbeiten zu diesem Zeitpunkt schonn mit dem gekauften Produkt.

Was danach passiert, wissen wir nicht so genau, aber vermutlich muss der Kostenvoranschlag vonmm Sachbearbeiter einem Vorgesetzten vorgelegt werden und der segnet es ab, oder er muß noch eine Instanz höher nachfragen, ob der Kostenvoranschlag der Firma passt.

Nach zwei, drei Tagen, manchmal dauert es auch Wochen, kommt eine Antwort des Sachbearbeites per Mail, dass man nun Produkt X auch bestellen will.

Produkt X, das kann ein relativ teurer Artikel im Preissegment von 50 bis 1000 Euro sein.

Aber nun haltet euch mal fest: Produkt X kann auch ein Artikel sein, der nur 2, 3 oder 10 Euro kostet.

Ja, auch an solch billigen Produkten arbeiten sich in deutschen Firmen noch 2 bis 3 Sachbearbeiter tagelang einen ab und dann sieht die Rechnung aungefähr so aus:

Produkt kostet, sofort ohne Kostenvoranschlag bestellt, sagen wir mal 5 Euro plus 5 Euro Porto.
Produkte kostet, nach Kostenvoranschlag und sinnloser Vergeudung von Arbeitszeit für einen bis drei Sachbearbeiter: 5 Euro plus 5 Euro Porto plus Arbeitslohn für die drei Sachbearbeiter. Zuzüglich Arbeitslohnm für einen bis drei Sachbearbeiter. Wieviel das ist, weiß ich nicht genau, aber man grob rechnen: Sachbearbeiter Anfrager verdient vielleicht 20 Euro pro Stunde, wenn er kein 1 Euro Jobber ist! - braucht 3 Minuten für die Anfrage, 3 Minuten zum leasen der Antwort, eine mir nicht genau bekannte Zeit, um den Kostenvoranschlag seinem Abteilungsleiter vorzulegen, da sind wir dann schon bei ca. 10 Minuten und vielleicht 5 Euro Mehrkosten im Vergleich zu sofort bestellen, wie es Franzosen und Niederländer machen.

Nun geht das Spiel bei deutschen Kunden oft noch weiter. Da uns diese Dinosaurier eine enorme Mehrarbeit bereiten, gibt es seit Jahre eine Regel, dass wir für Bestellungen per Mail, Fax., Brief eine Pauchale berechnen, wenn die Kundenforderungen zu zeitaufwändig sind. Haben wir von einem sehr bekannten deutschen Versandhändler gelernt, der macht es schon seit 2010 so.

Diese Pauschale von mindestens 5 Euro wird meistens übersehen oder akzeptiert, weil man ja nur per Kostenvoranschlag, Mail, Brief und Fax bestellen darf, aber um himmelswillen nicht online in einem Shop!

Da sind wir dann bei 15 Euro für den deutschen Dinosaurier, der nur Bürokratie kennt, für ein Produkt, das sonst mit Versand 10 kostet. Ohne zusätzliche Lohnkosten, für einen bis drei Papiertiger. Nach 3, 4, 5 Tagehn oder auch Wochen - hängt immer vom Saurier ab - bekommt er seine Ware, dei Franzosen und Niederländer lachen sich tot über die Moffen: mein Produkt ist schon beim Kunden, fertig lackiert, der dumme Michel ist mal wieder der Letzte, der seinen Kunden beliefert.

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