Pflegeberufe sind ja so attraktiv! Geklatscht hat man für uns und weil wir so systemrelevant sind, hat man uns auch gleich den Impfzwang aufgedrückt. Das war super!
Am besten finde ich aber, dass wir immer mehr und besser dokumentieren müssen. Ich hab den Beruf ja nicht wegen der Arbeit am Menschen gelernt, sondern wegen der Liebe zur Bürokratie und dem PC. Der Bezirk, die Kassen und alle anderen Geldgeber müssen ja haarklein wissen, was ich jeden Tag in der Arbeit leiste. Kontrolle ist geil! Nicht, dass sie einen Cent zu viel bezahlen. Auch toll sind die Arbeitszeiten. Geteilter Dienst ist super, oder 11 Tage am Stück, oder immer wieder im Frei einspringen. Mega finde ich es auch, wenn Frau XY mir eine knallt, oder mir Herr Mustermann am den Hintern greift. Das härtet ab. Und die wüsten Beschimpfungen machen das Arbeitsleben echt abwechslungsreicher. Nicht so toll finde ich, wenn ich mal etwas Zeit für einen Klienten habe und mein Idealismus zu Tage kommen kann. Da könnte ja ein Gespräch oder Führsorge ins Spiel kommen. Oje! Das bringt ja dann die ganze Tagesstrukur durcheinander und abrechnen lassen sich Befindlichkeiten ja auch nicht. Wann kommen endlich die Pflegeroboter!
Und jetzt im Ernst:
Ich kann jetzt nur von mir sprechen, gehe aber davon aus, dass die Wenigsten wegen des vielen Geldes in die Pflege gehen. Sondern viel mehr, deshalb...
Ich liebe meinen Beruf und mag die Arbeit mit Menschen sehr. Es ist auch egal, ob jemand den Po geputzt braucht, das Essen geschnitten werden muss, oder ein Mensch in den Arm genommen werden möchte. Das weiß man, wenn man in die Pflege geht.
Ich will auch nicht beklatscht werden! Ich möchten meinen Job gut machen können. Und dafür braucht es gute Rahmenbedingungen. Nur, die werden leider immer weniger.
Pflege betrifft uns früher oder später alle. Also sollte die liebe Regierung endlich mal in die Puschen kommen und uns Pflegepersonal fragen, was wir brauchen um unseren Job gut machen zu können. Ansonsten wird sich das Problem leider weiter zuspitzen.