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  • sleepdoc

mehr als 1000 Beiträge seit 09.01.2013

zum Glück hat mein Kind ADHS!

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Eltern darauf
drängen, dass bei ihren Kindern die Diagnose ADHS gestellt wird. Es
entbindet in gewissem Sinn davon, Verantwortung für die Erziehung,
die Freizeitgestaltung, die Konsumgewohnheiten und die Fehlernährung
(Coke und Billigfleisch) zu übernehmen. Wiebitte, mein Kind ist
aggressiv? Ist unkonzentriert? Verhält sich rücksichtslos? Sorry,
aber es hat doch ADHS! Da werden reihenweise Kinder dazu missbraucht,
die Soziopathien der Eltern zu entschuldigen.
Leider kann ich keine (von der Pharmalobby gesponsorte) Studie
vorlegen, aber nahezu alle Fälle von sog. ADHS, die mir im Umfeld
meiner vier (gesunden) Kinder im Laufe von nunmehr 20 Jahren und
meiner Tätigkeit in der Medizin seit nunmehr fast 25 Jahren begegnet
sind, weisen einen oder mehr der folgenden Parameter auf:
Nikotinkonsum der Mutter in Schwangerschaft/Stillzeit, früher Beginn
des Cola-Konsums, Fehlen von Konsequenz bei der Erziehung, Reduktion
im alltäglichen Bewegungsumfang (nciht Sport, sondern z.B.
Zur-Schule-Laufen etc.), fette- und fleischlastige Ernährung,
Reizüberflutung mit elektronischen Unterhaltungsmedien. Bevor ich
meinen Kindern Psychopharmaka geben würde, würde ich erst einmal alle
o.g. Faktoren ändern. Und ich würde noch etwas tun: Verantwortung für
meine Kinder übernehmen und mal gaaaaaaaanz tief in mich gehen.

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