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  • freudhammer

688 Beiträge seit 14.12.2014

Ein paar Brocken Geschichte dazu

In diesem Forum wurde die Meinung vertreten, dass Israel, Zitat,

„Israel als kriegsführende Nation hat bis heute jedes Recht jedes angemessene Ziel auf syrischem, libanesischem und irakischem Boden und Luftraum anzugreifen und zu vernichten.“

Die Begründung: Weil Israel seit 1948 mit diesen Ländern im Kriegszustand lebt. Ein 70jähriger Krieg also, was für ein Irrwitz!

Hier wird es Zeit wieder einmal auf die Geschichte vor dieser Zeit hinzuweisen, wie es zu dem Judenstaat kam. Vielfach wird er ja durch das jüdische Leiden in den deutschen KZs begründet, tatsächlich geht die Sache viel weiter zurück. Der jüdische Nationalismus und die Idee in Palästina einen jüdischen Staat zu schaffen, entwickelte sich viel früher, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer der geistigen Väter war Moses Hess, ein Freund von Karl Marx übrigens. Vorangetrieben wurde die Sache aber dann von Theodor Herzl, der die Schrift „DerJudenstaat“ verfasste und in der Folge sich in der Schweiz, kurz vor der Jahrhundertwende, die zionistische Bewegung gründete, die vom traditionellen Judentum scharf abgelehnt wurde und bei den zur finanziellen und wissenschaftlichen Elite gehörenden säkularen europäischen Juden kaum Anhänger fand. Zu dieser Zeit gab es in Palästina nur wenige Juden, die schon immer hier lebten und die zahlenmäßig keine Rolle spielten.
Ich überspringe hier mit meinem angelesenen historischen Wissen die Zeit bis zum dritten Kriegsjahr des 1. Weltkrieges, als das Deutsche Reich kurz davor war das britische Empire in die Knie zu zwingen und auch schon die Einstellung der Kriegshandlungen ohne Repressalien gegenüber dem Verlierer vorgeschlagen hatte.

Und hier kamen die Zionisten ins Spiel. Sie machten mit der britischen Regierung einen Deal, in dem sie anboten Amerika auf Seiten Englands in den Krieg zu führen, dafür Palästina für einen jüdischen Staat verlangten. In der „Balfour-Deklaration“ wurde ihnen das schließlich auch schriftlich vom Empire versprochen, dies 1917, also zu einem Zeitpunkt, als der Nahe Osten noch Teil des osmanischen Reiches war.

In der Balfour-Erklärung stand – und auf das will ich hier besonders hinaus – die Bedingung, dass ein jüdischer Staat die ansässige moslemische Bevölkerung nicht beeinträchtigen dürfe. Wir wissen alle, dass die Zionisten sich darum nie scherten, sie raubten, terrorisierten, mordeten und vertrieben die einheimische Bevölkerung oder sperrten sie Ghettos.

Vieles davon passierte lange vor der Staatsgründung 1948 und so wird aus diesem 70jährigen Krieg ein hundertjähriger. Und wer einen solchen irgendwie zu rechtfertigen sucht, kann moralisch nicht ganz bei Trost sein.

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