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  • freudhammer

683 Beiträge seit 14.12.2014

Es ist ein Kreuz

Für die meisten (bayerischen) Katholiken ist Kirche nur Folklore, feierlicher Rahmen für Familienfeste. Daneben gibt es aber auch immer noch Gläubige, meist nicht mehr ganz jung, für die ist Kirchgang Teil ihrer Identität, ihrer Freizeitgestaltung. Wie sehr sie aber den Kern des Christentums verstehen und den Lehren der Bergpredigt nacheifern, sei dahingestellt. Wenn sie der Gottesmutter mit stundenlangem Rosenkranz huldigen, dann zeigen sie, wem sie im Himmel noch am ehesten vertrauen, der Frauengottheit, die ihren beiden zornigen oder sozialromantischen Herren schon den Kopf zurechtrücken wird... Beinah alle Feste, Figuren und Zeremoniell der römischen Sklavenreligion ist vorchristlichen Festen angelehnt und wurde den eroberten Völkern aufgezwungen und heute von Frömmlern verteidigt, als sei sie schon immer Bestandteil europäischer Topografie.

Es gab Zeiten, bei denen der Pfarrer in der Predigt Wahlwerbung machte, die sind aber heute vorbei. Die CSU hat ihr Aura eine gottgefällige Partei verloren, auch wenn sie immer noch so tut, als sei Bayern ihr Lehen auf ewige Zeiten. Dass sie immer noch regieren, ist dem jämmerlichen Zustand ihrer Gegner geschuldet. Auch wenn sich die gegnerischen Genossen mit dem Trachtenjanker verkleideten, und die Schwarzen in Biederkeit zu übertreffen suchten, man nahm es ihnen nicht recht ab. Wo sie in Kommunalparlamenten zusammen sitzen, passt meist kein Blatt Papier zwischen Schwarz und Rot. Im Maximilianeum ab und zu ein paar Schaufensterreden, ansonsten sitzt man schön bei Fuß, falls doch irgendein Pöstchen vom Tisch des Herren abfällt...

Aber was red ich, vielleicht ergibt sich mit der heuchlerischen Söder-Kreuz-Anordnung noch ein kleiner Sturm im Maßkrug, aber in einem Land, in dem die Bischöfe und die Schäfchen darüber streiten, ob evangelische Ehepartner vom katholischen Pfarrer auch eine Oblate abkriegen sollen, kommt es auf ein paar Kreuze mehr auch nicht an.

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