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  • TheCalyx

mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2010

Vorsicht beim Leistungsbegriff

Zunächst: Sehr guter Artikel.

Es mag ein Reflex sein, aber mir wird immer ein wenig unheimlich, wenn "Leistung" zu sehr gelobt wird. Mag auch daran liegen, dass der im Artikel ja auch deutlich benannte Schindluder mit dem Begriff getrieben worden ist, so wie marktextreme Spindoktoren und Mietmäuler eigentlich alle einstmals positiv belegten Begriffe marktopportun verdreht und vergiftet haben.

Problematisch finde ich auch, wenn hier von unterschiedlicher Gesellschaftsrelevanz die Rede ist, wobei die Feststellung an sich weniger stört, sondern eher das, was traditionell bei solchen Erwägungen vermeintlich im Subtext mitschwingt.

Da wird doch schon wieder in Nützlichkeitskategorien gedacht, oder nicht?!

Und den Menschen auf seinen Nutzen für die Gemeinschaft zu reduzieren ist ziemlich Fascho, oder nicht?!

Damit will ich keineswegs in Abrede stellen, dass in unserer Gesellschaft immer konsequent die Falschen die Lorbeeren ernten, die andere gepflanzt haben.

Das ist schon so.

"Leistung muss sich lohnen" - das ist ein Spruch aus der konservativ-marktliberalen Ecke, dem man zustimmen kann.

Yo, könnte man, sollte man imo aber nicht. Leistung sollte für die Beurteilung des Menschen optimaler- und humanistischerweise überhaupt kein Qualitätskriterium sein. Es sei denn natürlich, man ist d'accord damit, das jeder seines Nächsten Sklave ist und umgekehrt. Sollten gerade wir Deutschen langsam mal besser wissen.

"Nutzen", ich hasse dieses Wort inbrünstig.

Allerdings nur dann, wenn reale Leistung gemeint ist, und nicht das, was manch einer in CDU und FDP darunter versteht.

Das ist besser als die Alternative bzw. gegenwärtige Praxis, aber vom Grundmechanismus her genauso (potentiell) gefährlich.

Wenn es dieser Krise nicht gelingt, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen, dann wird es nie gelingen.

Mmmmhhh, ich teile ihren Wunsch, Herr Wustmann. Allein ich denke, das wird wieder nix. Unser Regime geht gerade ziemlich effektiv in die nächste Runde, verschuldet sich bei der Mafia, die hier zurecht von Ihnen gegeißelt wird.

Und realwirtschaftlich haben wir mit unseren Menschenrechtsstandards den Chinesen, aber auch dem Rest der Welt, kaum etwas entgegen zu setzen, wenn wir nicht konsequent aus diesem globalen Rattenrennen (Wachstum und Konkurrenz) aussteigen.

Dann ist die Chance aber sehr groß, dass wir von Wirtschafts- und Informationskriegen wieder auf ein- sagen wir mal- traditionelleres Parkett (Betonboden) aufschlagen.

Es wird wohl weiterhin gelten, mit allen altbekannten Konsequenzen:

https://www.youtube.com/watch?v=u8-4n9yxZ_s

Wir werden sehen... manche zumindest...

Gruß

Calyx

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