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  • Destao

mehr als 1000 Beiträge seit 07.01.2004

Fein ausgedrückt!

... ich würde nur ein paar Gedanken ergänzen wollen.

ES geht dabei, glaube ich, hauptsächlich um das Ausschalten von
potentiellen Meinungsführern, die in systemrelevanten Fragen
grundlegend andere Ansichten haben als das Konglomerat aus Regierung,
Konzernen, Banken und MIK.

Bekannte Kritiker, die informativ hauptsächlich im Gebüsch des "Deep
Net" unterwegs sind, haben doch meistens nicht nur in einer
Angelegenheit eine andere Meinung. Wenn man von diesen Leuten ein
Profil anlegt (und das passiert mit Sicherheit - und mit absoluter
Gewissenhaftigkeit), erhält man eine Wolke von Themengebieten, auf
denen diese potentiellen Vorreiter aufgrund sorgfältig recherchierter
Argumente gegen die Meinungsführer eine Deutungshoheit erlangen
könnten.

Man kann m. E. mehrere Dinge in einer Kampagne tun, um sowas zu
kontern oder besser von vornherein zu unterbinden (und tut sie!):

1. Sobald jemand auf einem Themengebiet eine signifikante Mehrheit
hinter sich bringen kann, sucht man nach den Inhomogenitäten in
dieser Meinungsgruppe, über die man die Gruppe aufsprengen kann.
Bei den Piraten war das z. B. die ganze Debatte um Frauenrechte.
Bei den Linken der Vermächtnis der alten Kommunisten und
Sozialdemokraten.
Bei den Grünen Realos vs. Fundis...

2. Argumentum ad hominem: Welche schlechten Angewohnheiten hat das
Kampagnenopfer? Welche Laster gar? Auf welcher Veranstaltung war er
mit welchem Paria zusammen? Hat er schon mal etwas angestellt? Welche
Schwachstellen gibt es charakterlich, und welche physisch? Was ist
sonst noch passiert, was man verwenden könnte - dead pigs, anyone?
Und wenn das Momentum zugunsten dieser potentiellen Meinungsführer zu
kippen droht, lässt man die entsprechend vorbereiteten Informationen
an die Luft...
So etwas ist m. E. auch die Querfront - eigentlich ein breites
Bündnis über die politischen Gräben hinweg, die sich bei einigen
grundsätzlichen Sachen einig sind (oft aus vollkommen
unterschiedlicher Motivation), bei dem man sich aber nur auf das
historische Vorbild der Nazis und die Beteiligung rechter
Splittergruppen beziehen muss, um die ganze Bewegung als
rechtspopulistisch abkanzeln zu können.
Wie du schon sagtest - die Bewegung wird allein über die
Gruppenzusammensetzung erfolgreich diskreditiert. Argumentativ
passiert da gar nichts mehr.

3. Positionen des Kampagnenopfers zu Themengebieten aus der Wolke,
die gegen verinnerlichte gesellschaftliche Konventionen gehen und für
die sich sehr wahrscheinlich mehr Leute aus dem Gefolge des
Kampagnenopfers verabschieden würden, als dazukämen, kann man als
direkte Meinung des Opfers breittreten. Das wäre dann Micromanagement
- hier ein Prozent abknapsen, da eins. 
Passt natürlich nicht auf jeden Gegner - für die hat man dann 1. &
2., um sie mit 3. in Verbindung zu bringen.

4. Man kann auch wie in jüngster Vergangenheit bei Ausübung von 3.
etwas bei der "Wahrheit" nachhelfen und dann "aus Versehen" über die
verbreiteten Lügen stolpern... solange das nur die richtigen Leute
weiter radikalisiert?!

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