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  • Politkommissar

mehr als 1000 Beiträge seit 20.04.2011

Journalisten werden eben auch immer einfacher gestrickt

Ganser bewegt sich häufig auf reichlich spekulativem Terrain.
Allerdings ist das eben nur das Gegenstück zu 'alles abnicken',
was mit wenigen lichten Momenten der aktuelle Zustand der
Presse ist.

Es ist heute erstmal alles eine Verschwörungstheorie, auch
wenn es eigentlich durchaus eher nach Verschwörung aussieht.
Und davon gibt es historisch eine Menge und man muss dabei
gar nicht wirklich weit zurückschauen. Eine Verschwörung ist
alles andere als ein singuläres Jahrhundert-Ereignis.

Wobei das durchaus differenzierter betrachtet wird. Während
man bei den eigenen Verbrechern eher sehr vorsichtig ist
und alles abnickt stützt man bei den anderen auch die ab-
surdesten Theorien. Bei 'den anderen(tm)' ist es nämlich idR.
eine Verschwörung und da treibt die eigene Theorie dann
auch reichlich schräge Stilblüten, die man eigentlich eher
im Sumpf der Aluhut tragenden Hobby Hysteriker vermuten
würde. Dass beim 11.9. irgendwas nicht so ganz stimmig ist
würde ich mittragen. Atombomben unter dem WTC Komplex
oder holographische Drohnen sind dann doch eher nicht so
ganz mein Metier.

Da viele heute einen deutlich breiteren Zugang zu Informationen
haben fällt es natürlich auch eher auf, wenn da Meinungen sehr
stark divergieren. Es gibt immer eine subjektive Sichtweise. Die
ändert aber eben nicht die objektiven Fakten. Wenn die stark
divergieren, dann ist da Propaganda im Spiel und die ist bei
Konflikten immer am Start.

Ganser steht teilweise sehr weit am Rand von Fakten. Dasselbe
kann man idR. über die sagen, die ihn deshalb kritisieren. Mit
exakt demselben Argument. Aus meiner Sicht sind beide komplett
wertlos, denn sie produzieren größtenteils Spekulationen und
keine Fakten und es interessiert mich nicht was irgendein Depp
glaubt. Ich bin nicht der Papst und jungfräuliche Geburten sind
mir suspekt.

Mal davon abgesehen, dass Journalismus qualitativ stark nach-
gelassen hat und obendrein kaum jemand überhaupt noch größere
Auslandsbüros in relevanter Zahl und mit entsprechender Besetzung
unterhält, sollte man immer auch sehr genau hinsehen, wer da am
Steuer sitzt. Journalisten sind idR. nicht unabhängig und können auch
nicht veröffentlichen was sie wollen.

Eine unabhängige Presse existiert auf breiter Front nicht, denn unab-
hängig hieße von niemandem abhängig zu sein und das ist so gut wie
kein Journalist. Hinzu kommt der Einheitsbrei durch gegenseitiges
Abschreiben in einem Umfang, der nicht wirklich gesund ist.

Bei TP gibt es ja auch - unabhängig vom Inhalt oder einer Meinung,
die man teilen kann oder eben nicht - Artikel, die grundsätzlich ok
sind und solche, bei denen man sich fragt ob der Autor überhaupt
irgendwas von der Materie verstanden hat. Eine Recherche kann
nicht stattgefunden haben und dann stellt sich die Frage woher die
Informationen stammen, denn recht offensichtlich ist der Autor auch
kein Experte.

Ich hab mal beim Spiegel einen Kommentar gesehen, der den Verfasser
fragte, was denn für den (groben Unfug) für Beweise vorliegen würden.
Die Antwort der Redaktion war einen Gegenfrage...was er für Beweise
hätte, dass das nicht stimmen würde.

Mehr kann man sich als Journalist wohl kaum ins eigene Knie schießen.

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