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  • J. Fox

mehr als 1000 Beiträge seit 27.08.2012

Zum richtigen Zeitpunkt blöde oder angepasst

"In der Tat sieht Müller gerne koordinierte Aktionen der Medien am
Werk, er kann sich einfach nicht vorstellen, dass Journalisten und
Chefredakteure auch einfach nur blöde oder angepasst sein können."

Anzunehmen ist, dass diese Leute blöde oder angepasst sein können,
wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie zum richtigen Zeitpunkt clever
genug sind, um blöde oder angepasst zu erscheinen. Sonst kommen sie
nämlich gar nicht in diese angestrebten Positionen.
In den letzten Jahren liest man immer z. B. von Intendanten und
Redakteuren des Staatsfunks, die nach ihrer aktiven Zeit im
Berufsleben (wenn die Karriereleiter nach oben wegfällt), plötzlich
von Anfällen des Wahrheitssyndroms befallen wurden und die Korruption
und Schlechtigkeit des Apparats beklagen. Hach, hätten sie doch
früher das Maul aufgemacht, die Feiglinge.

Doof oder angepasst zu erscheinen ist im medialen Bereich ein
Qualitätsmerkmal. Damit kann man locker von der TAZ zur Deutschen
Welle [zum Staatsfunk], zu einem Springer-Blatt, Spiegel, Zeit, usw.
oder andersrum hüpfen. Alle haben das Ziel, als Allrounder zu gelten
und irgendwann die Visage in eine Kamera zu halten, um in einer
Talkshow zu brillieren. Wenn man das öfter macht, bringt es einen
dicken Säckel ein.


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