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  • Zingiber

mehr als 1000 Beiträge seit 17.06.2004

Ist der Artikel von Craig Morris eine IRREFÜHRUG?


IMHO:
1) Kein einziger Wahlmann wird gewählt, alle werden *ernannt*.
Auf den Stimmzetteln der Wähler stehen die Präsidentschaftskandidaten
(nicht die Wahlmänner), also Bush, Kerry, Nader [und gegebenenfalls
weitere]
2) Der Wahlleiter eines Bundesstaates stellt fest, welcher Kandidat
die meisten Stimmen erhalten hat (relative Mehrheit).
3) Der Wahlleiter eines Bundesstaates fordert die Partei des
Präsidentschaftskandidaten mit den meisten Wählerstimmen auf, *alle*
Wahlmänner, die dieser Bundesstaat besitzt, zu *benennen*.
4) Diese ernannten Wahlmänner treten nicht in Washington zu einer
großen Vesammlung zusammen, sondern sie treffen sich in der
Hauptstadt des eigenen Bundesstaates.
5) Hier findet *nicht* eine "freie, gleiche und geheime" PersonenWAHL
statt, es wird lediglich durch Handaufheben gefragt, ob jemand das
Wort wünscht - eine abweichende Stimme für einen anderen Kandidaten
muß schon persönblich und offen zu Protokoll gegeben werden!
6) Dieses Ergebnis wird nach Washington gemeldet.
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Dieses Wahlverfahren hat bestenfalls die Qualität von Wahlen in den
ehemaligen Volksdemokratien!
Hinzu kommen weitere Erschwernisse: ein potentieller Wähler  (Bürger)
muß an zwei Arbeitstagen z.T. vier Stunden (oder länger) anstehen, um
wählen zu dürfen: einmal zum Eintrag in das Wählerregister und zum 2.
Mal zur Stimmabgabe. Die USA sind nicht bereit, genügend
Registrierstellen - Wahllokale zu öffnen, damit jemand auf jeden Fall
pünktlich zu seiner Arbeit gehen kann. Es ist bekannt, daß manche
Bürger nach stundenlangem Anstehen die Wahl abgebrochen haben, weil
sie einfach zur Arbeit mußten.

Falls die erste Wahl des (virtuellen) Whlmännergremiums nicht zum
Erfolg führt, ist weder eine Wahlwiederholung noch eine Stichwahl
möglich. Die Wahlentscheidung des Präsidenten wandert dann an den
Kongreß (ich glaube in den Senat).

Unter diesen Prämissen ist es schon erstaunlich, daß es in der
Geschichte der Präsidentschaftswahlen immer wieder einzelne mutige
Leute gegeben hat, die sich dem "Fraktionszwang" nicht untergeordnet
haben. Aber die heutzutage von den Parteiführungen in den
Bundesstaaten *ernannten* Funktionäre sind wirklich handverlesene
Parteikader. Da sind Abweichler nicht wirklich zu erwarten. Auch in
den USA - wie in Deutschland - dominieren heute die weichgespülten
Opportunisten - unabhängige Persönlichkeiten sind sehr rar.

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