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  • Irwisch

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Sprachkritisches

>> Man sollte hier erstens unterscheiden
>> zwischen dem individuellen bzw.
>> persönlichen Machtbereich, der mit den
>> eigenen Kräften machen will, und dem
>> "Trieb", Macht über andere auszuüben,

jaho schrieb am 29. März 2005 15:59
> Ja, das muss unterschieden werden. Wir reden hier jedoch über die
> Macht, die auf andere ausgeübt wird.

Ist mir bewußt. Inwieweit das auch für die anderen Teilnehmer dieser
Diskussion gilt, vermag ich nicht zu beurteilen.

>> um sich vor früh erlebten Hilflosigkeits-,
>> Ohnmachtsgefühlen zu sichern. Diese
>> Zusammenhänge zu begreifen ist nicht
>> möglich ohne über das allgemeine
>> Verständnis hinausgehender
>> psychologischer Weiterbildung, insbesondere
>> der Erkenntnis und Transzendenz eigener
>> früher Ohnmachts-Erlebnisse.

> Nunja, welche Literatur würdest Du hier vorschlagen?

Erich Fromm und Alfred Adler, bei ersterem sein Hauptwerk "Anatomie
der menschlichen Destruktivität", aber auch "Die Kunst des Liebens",
"Haben oder Sein" und "Pathologie der Normalität", bei Adler vor
allem sein Buch "Über den nervösen Charakter", wie auch die in
Zusammenarbeit mit anderen Autoren entstandene Textsammlung "Heilen
und Bilden". Es gibt sicher noch weitere Autoren, die diese
Betrachtungsweise fortgeführt haben, doch leider gibt es viel zu
viele, die mehr am Verkauf ihrer Werke interessiert sind als an
fundierten Ausführungen, so daß die überwiegende Mehrzahl
zeitgenössischer Autoren sich nach dem Geschmack und Niveau des zu
erwartenden Publikums richtet. Die empfohlene Literatur sollte jedoch
nicht davon abhalten, selbst zu beobachten und zu erkennen, wo im
eigenen Umfeld neurotische Verhaltensweisen an der Tagesordnung sind.

>> Ebenso verhält es sich mit dem Begriff
>> "Macht" und vielen anderen, deren
>> unreflektierte Verwendung heute zur
>> allgemeinen Verwirrung und Verdummung
>> beitragen.

> Welche (falsche) Verwendung kommt Dir hier in den Sinn?

Beim Begriff "Macht" der häufige Einwand, daß Machtstreben doch ein
natürlicher Bestandteil des Menschen sei, was ebenso einen Irrtum
darstellt wie die weitverbreitete Ansicht, der Mächtige sei
biologisch eben etwas Wertvolleres als der Ohnmächtige. Im Gegenteil
ließe sich bei entsprechenden statistischen Untersuchungen
nachweisen, daß Menschen, die einen ausgesprochenen Machtwillen
entwickelt haben, damit lediglich früh erworbene
Minderwertigkeits-Empfindungen kompensieren.

Bei tiefergehendem Interesse darfst du mich gerne anmailen.

Irwisch

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