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  • Irwisch

mehr als 1000 Beiträge seit 22.03.2005

Wille zur Macht entsteht aus einstiger Ohnmacht

> Ist nicht jede ausgeübte Macht eine (versuchte) Realisation
> bestimmter vorhergehender Vorstellungen (Träume)? Auch wenn sie
> nachher im Machtbesitz meist pervertiert werden, sind doch die
> (früheren) Ideale der eigentliche Antrieb zum Streben nach Macht.

Man sollte hier erstens unterscheiden zwischen dem individuellen bzw.
persönlichen Machtbereich, der mit den eigenen Kräften machen will,
und dem "Trieb", Macht über andere auszuüben, um sich vor früh
erlebten Hilflosigkeits-, Ohnmachtsgefühlen zu sichern. Diese
Zusammenhänge zu begreifen ist nicht möglich ohne über das allgemeine
Verständnis hinausgehender psychologischer Weiterbildung,
insbesondere der Erkenntnis und Transzendenz eigener früher
Ohnmachts-Erlebnisse.

Man sollte sich zweitens generell nicht von Worten verwirren lassen,
insbesondere nicht von jenen, die zwar Gleichheit vorgeben, bei
genauerer Betrachtungsweise aber verschiedene Dinge bezeichnen. So
besteht z.B. ein grundlegender Unterschied zwischen der Aggression
zur reinen Verteidigung in realen Gefahrensituationen und der
nervösen Aggression, die schon im Vorfeld sich durch neurotischen
Angriff abzusichern sucht. Ebenso verhält es sich mit dem Begriff
"Macht" und vielen anderen, deren unreflektierte Verwendung heute zur
allgemeinen Verwirrung und Verdummung beitragen.

Irwisch (heute mal wieder sprachkritisch)

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