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  • Irwisch

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Wille zur Macht

> Fragt sich, wohin die arbeitende
> Anhängerschaft der KPD nach 1933
> verschwand.
> Es wird ohnehin zu wenig beachtet,
> dass eine "autoritäre, homogene
> Gesellschaft" auch das Versprechen
> der linken Extremen ist. Das macht
> dem nicht zu viel reflektierenden
> den Wechsel von einem in das andere
> Lager und wieder zurück so einfach.

Deiner Antwort auf deine Frage kann ich nur beipflichten. Das
Bewußtsein war bei den damaligen Arbeitern, die ja erst begonnen
hatten, sich zu organisieren, noch gar nicht richtig entwickelt. Ich
bin der Ansicht, daß Nietzsches "Wille zur Macht", egal welcher
Farbe, immer ein Ausdruck von Kompensation und Wille zur Verführung,
Wille zum Beherrschen anderer darstellt, und zwar einzig zum Zwecke
der Selbsterhöhung. Der Schlüssel liegt in der Erziehung zur
Authentizität, zu selbständigen Denken und Beurteilen. Deshalb
brachten und bringen gewaltsame Revolutionen auch keine wesentlichen
Veränderungen mit sich, weil sie immer nur etablierte Profiteure
durch andere ersetzen. Mir ist noch kein menschlicher Charakter über
den Weg gelaufen, dem ich zutrauen würde, durch Macht nicht
korrumpiert zu werden, sprich: der in Kindheit und Jugend nicht
systematisch entmutigt und gebrochen wurde.

Die Schwierigkeiten bei der Lösung einer solch gewaltigen Aufgabe muß
ich hier sicher nicht ausmalen ...

Irwisch

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