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  • hgeiss

411 Beiträge seit 06.08.2014

Re: Wie die Gesellschaft psychische Störungen züchtet

Manche Dinge sind nicht verhandelbar. Die Natur setzt ihre Prioritäten, man kommt ihr weder mit demokratischem noch mit emanzipatorischem Diskurs bei. Man kann mit der Schwerkraft unzufrieden sein, die Natur juckt es bestimmt nicht. Statt die „extrauterine“ Schwangerschaft als großartige Chance zu begreifen, seinen Babys durch Zuwendung und Aufmerksamkeit den Zugang zur kalten Welt zu erleichtern, zickt man darüber, ob man sie stillen soll und ob man seine Arbeitskraft nicht an irgendeinem entfremdeten Arbeitsplatz selber gewinnbringender verkaufen kann. Dass Väter kein bisschen weniger Verantwortung für ein Kind haben, versteht sich sowieso von selbst, die Rolle der Mutter bei der Kleinstkindbetreuung können sie aber nicht ersetzen.

Als hilfloses Baby geboren hat man erst einmal nur Rechte, und die Mutter ist erst einmal nur Mutter, mit allen Pflichten, die damit einhergehen. Aber diese Diskussion zeigt ja schon die herrschende Geistesverwirrung, denn das Bedeutsamste, für das die Natur den Menschen vorgesehen hat, als „Pflicht“ zu sehen ist einfach nur schräg.
Bevor die Fabrikantengier, die blanke Not und manchmal auch nur das Verlangen nach größerer individueller Freiheit - die alten Familienstrukturen zerstört hatte - war die Mutterrolle in ein familiäres Geflecht aus Hilfen eingebettet, was vieles leichter machte. Hier kommt heute der Staat als Ersatzdienstleister ins Spiel. Wenn er es nicht schafft, seinen Müttern und Kleinstkindern den nötigen Schutz zu geben und sich mehr als Banken- und Industriesupporter versteht und als Truppensteller für internationale Konzerninteressen, was hätte er überhaupt für eine Existenzberechtigung?

PS: Ein Bauer, der schon lange erfolglos eine Frau sucht, sagte mir einmal seufzend, dass es nur noch gestörte Frauen gäbe, Püppchen, Prinzessinnen, Egoisten. Wenn sie der Welt nur den Gefallen tun würden, sich nicht fortzupflanzen. Tun sie aber nicht. Irgendwann kommt der Konsumwunsch „Kind“ und das Heer der Gestörten wächst weiter und mit ihnen der nicht enden wollende Tross derer, die daran verdienen. Seelische Gesundheit wäre schlecht für unser Bruttobrutalprodukt. Krankheit und kognitive Verwirrung ist das Geschäftsmodell schlechthin.

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