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  • hgeiss

450 Beiträge seit 06.08.2014

Re: Vergesst die Diät (Teil 2) aber esst trotzdem einigermaßen vernünftig!

Vergesst die Diät und lasst sie nicht über euer Leben bestimmen! Und doch gehört meinem ersten Beitrag ein zweiter angefügt, der den leicht entstehenden Eindruck relativiert, es sei völlig egal und ohne Bedeutung für die Gesundheit, was man so in sich hineinstopft. Ein Rennauto verträgt kein Schweröl als Sprit und ein stabiles Haus kann man nicht mit Dreck bauen. Bei allem Aufruf zur Gelassenheit bei der Nahrungswahl in meinem ersten Beitrag, will ich doch darauf hinweisen, dass es schon wertvolle Nahrung gibt und völligen Schrott, ja Gift, etwa reinen Zucker, die Hauptdroge des Industriezeitalters. Auch Salz sollte nur in einem Umfang konsumiert werden, wie es unsere Nieren auch wieder ausscheiden können, da sonst viel davon in wässriger Lösung im Körpergewebe gespeichert wird, was allgemein für Bauchspeck gehalten wird, den es natürlich auch gibt, meist in enger Vergesellschaftung. Wer sich schon einmal ein paar Tage ausschließlich mit salzfreier Rohkost ernährte, weiß, wie schnell man dabei Gewicht verliert, denn die Nieren machen sich an die Arbeit und scheiden das ihnen mögliche Quantum Salz aus, etwa 15 Gramm pro Tag und damit auch die sie verdünnende Flüssigkeit.
Auch den Körper übersäuernde Nahrung schadet, denn eine Säure hat kein anderes Bestreben als sich selber zu beseitigen und in den neutralen Bereich zu kommen. Und wo findet er die dafür notwendigen alkalischen Stoffe? In den Knochen und den Zähnen. Wenn diese längere Zeit mit leicht übersäuertem Blut durchströmt werden, führt das zu Entmineralisierung, also etwa Kalkverlust in Knochen und Zähnen. Basische Stoffe, die dem entgegenwirken, finden sich in rohem Obst und Gemüse, werden sie gekocht, verliert sich der Effekt. Und noch ein sehr wichtiges Prinzip, dessen man sich immer bewußt sein sollte: Was der Körper nicht benötigt, baut er ab. Wir kennen das bei der Muskelmasse bei ruhiggestellten und eingegipsten Gliedmaßen, sogar beim Verstand, wenn wir ihn nicht ständig trainieren und auch bei Knochen, wenn wir uns nicht bewegen und diese in einem gesunden Maße belasten. Auch gesunde Zähne wird nur haben, wer sie täglich fordert, der beisst und kaut und nicht nur Eis schleckt und Kartoffelbrei schluckt... Sagt wer? Wird nun der Leser fragen. Nun, das sage ich und gebe damit nur eigene Erfahrung wieder. Obwohl ich von frühester Kindheit an mir mehrmals täglich die Zähne putzte, hatte ich doch als Zwanzigjähriger ein ziemlich ruiniertes Gebiss, denn ich war beissfaul und ein heikler Esser, der sich einseitig ernährte und von allen Seiten Süssigkeiten zugeschoben bekam, das vermeintliche Gute, das Eltern- und Großeltern in den Kriegszeiten so völlig entbehren mußten. Mit etwa 25 Jahren kaufte ich eine Getreidemühle und fing an mein Brot selber zu backen. Was soll ich sagen, meine Zahngesundheit verbesserte sich in einem nicht für möglich gehaltenem Maß und unsere Kinder, die von klein auf mit dieser Nahrung aufwuchsen, hatten mit Dreißig Jahren noch keine Karies. Insgesamt ernähre ich mich, nach einigen Jahren als Lakto-Ovo-Vegetarier, seit vielen Jahre wieder ziemlich „normal“, immerhin aber doch noch mit reichlich Getreide, Obst und Gemüse, aber auch regelmäßig mit Käse, Eiern und Fleisch.
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Und hier noch ein Text von Goethe aus Faust 1, der das Thema ebenfalls treffend behandelt:

Mephistopheles: „Dich zu verjüngen, gibts auch ein natürlich Mittel, allein es ist ein wunderlich Kapitel. Ein Mittel, ohne Geld und Arzt und Zauberei zu haben: Begib dich gleich hinaus aufs Feld, fang an zu hacken und zu graben, erhalte dich und deinen Sinn in einem ganz beschränkten Kreise, ernähre dich mit ungemischter Speise, leb mit dem Vieh als Vieh und acht es nicht für Raub, den Acker, den du erntest, selbst zu düngen! Das ist das beste Mittel, glaub, auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!“

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (02.10.2016 00:10).

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