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  • hgeiss

432 Beiträge seit 06.08.2014

Vergesst die Diät!

Es gibt ja Gegenden, in denen gehäuft Hundertjährige leben, die anders, als die meisten unserer heimischen Exemplare noch ziemlich rüstig sind, es in ihrer Gebirgsgegend auch sein müssen. Die harten Lebensbedingungen haben zweifelsohne über Generationen zu einem Ausleseprozess geführt, der sich im Erbgut niedergeschlagen hat. Doch ein sozialer Aspekt scheint vielleicht noch lebensverlängernder zu wirken: die soziale Eingebundenheit in die Familie, in der man auch im hohen Alter nicht übersehen und respektiert wird und sich auch im bescheidenen Maß noch ein wenig nützlich machen kann. Optimale Diät spielt bei körperlich hart (aber sinnvoll!) Arbeitenden, anders als viele Forenten hier vermuten, eine geringe Rolle, denn alles wird verbrannt und nicht als unnützer Vorrat gespeichert, den umherzutragen in unseren Breiten zur körperlichen Hauptaufgabe wird. (Das gilt analog ja auch für andere Schatzansammlungen, deren Verwaltung und irre Mehrung zum Selbstläufer geworden ist).
Unser Körper kann aus beinah jeder Nahrung das ihm Förderliche herausholen, hätte er das nicht bis zur Perfektion entwickelt, wären wir schon längst ausgestorben. Was der Körper aber nicht kann, weil er es nicht zu lernen brauchte, ist längere Zeit mit Überfluß zurechtzukommen.
Nehmen wir ein Beispiel aus der Tierwelt: Pferde, die artgemäß leben, kommen mit Gras gut klar, sie zupfen den ganzen Tag mit gesenkten Köpfen ihre Halme. Spanne ich sie vor den Pflug oder vor einen Wagen, dann brauchen sie Kraftfutter. Gebe ich ihnen beim Faulenzen Hafer, dann werden sie rehe.
Und nochmal zu den Diättisten (schreibt man es so?): Einer der klügsten Sätze, die man Jesus von Nazareth in den Mund legte, sagt, man solle sich weniger um das kümmern, was in den Mund reingeht (wie die Glaubenswächter seiner jüdischen Umwelt), sondern um das, was aus dem Mund rauskommt.

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