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  • kleiner Stauner

mehr als 1000 Beiträge seit 03.09.2012

Vorsprung durch Technik, aber welche?

Es ist sicher ein Gutteil PR-Technik, die hier die Wende gebracht hat. Damit sind also die US-Konzerne klar im Vorteil, haben sie den ganzen F*ck doch erfunden und mit W.Lippmanns "Public Opinion" und E.Bernays "Propaganda" in die Welt gebracht. Vor gut 100 Jahren übrigens. No Chance, diesen Vorsprung aufzuholen.

Es hätte anders laufen können, wenn mit dem Auftauchen des ersten Tesla Roadsters auf YT die Glocken geschellt hätten. Aber in Gesprächen mit Branchen-Nerds aus der gesamten Automotive-Branche inkl. meines persönlichen Autohändlers habe ich gelernt, daß das niemals erfolgreich sein kann, weil ... ja, weil dies und das dagegen sprächen.

Selbst promovierte Physiker waren sich nicht zu blöd, über nunmehr Jahrzehnte von bereits erreichten Obergrenzen der Batteriekapazitäten zu schwafeln, Leute also, die noch nicht einmal die Grenze des Universums klar definieren können. Offenbar war ihre Phantasie aber bereits an eben einer solchen Grenze gelangt.

Das Problem der Automobilindustrie ist noch nicht einmal, daß jetzt andere Player (neue Branchen) die Autos der Zukunft im Portofolio haben, sondern daß die heute noch dominante Idee vom Individualverkehr selbst am Ende ist.

Die Zukunft des Verkehrs wird keine 6-spurigen Stadtautobahnen mehr kennen auf denen die Pendler des Morgens um die Wette und bangend um die besten Parkplätze in die Städte hinein und am Abend wieder heraus rasen. Keine Straßenränder die neben Hundehaufen auch die Jahresproduktion der heimischen Schlüsselindustrie aufnehmen. Und auch keine Freiflächen mehr, deren Freiheit nur noch unter den Rädern der BIP gewordenen Arbeitsplatzsicherungsvehikel zu ahnen ist.

Eine Scheißwelt ist das, was uns die Herren (und paar Damen) Zukunftsplaner da als "urbane Lebenswelt" beschert haben. Die kann wech!

Und liebe Physiker: Für das, was der an-laufende Strukturwandel an Individualverkehr übrig läßt, genügen die nach und nach verfügbaren Batteriekapazitäten vollkommen aus. Sie werden sich außerdem wunderbar ausgleichend auf die von Wind- und Sonnenrhythmen gepeinigten Stromnetze auswirken. Das könnt Ihr schon mal ausrechnen.

Die dämlich glotzenden PS- und dB-Junkies, die heute noch Autobahnanwohner bzw. verkehrsberuhigte Innenstädte beschallen werden sich endlich wieder solidem Sex zuwenden können. Der Absatz an Blue Pills wird voraussichtlich in gleichem Maße abnehmen wie die rollenden Orgasmussubstitute.

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