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  • Captain Data

mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2003

Ach wirklich?

Irgendwie kann ich keiner Seite mehr trauen. Mit dem "gesunden Menschenverstand" landet man dieser Tage in der Corona-Verharmloser-Nazi-Ecke. Oder es wird der Aluhut aufgesetzt, wenn man auf die Spender der WHO hinweist (nur 20% der WHO stammen von staatlicher Seite, 80% der WHO-Gelder stammen von privaten Mäzen, zum Beispiel Impf-Fan Bill Gates) - vergessen die Binse, dass man das Lied dessen singt, dessen Brot man nimmt.

Zur Aussage: woher wollen die das wissen? Wie sähe die Welt aus, wenn man keine Maßnahmen ergriffen hätte? Hätten weniger drastische Maßnahmen das gleiche Ergebnis geliefert? Man weiß es nicht. Die meisten der Maßnahmen wurden ja ergriffen auf Empfehlung der WHO - und dann relativ frei interpretiert. Statt Quarantäne für Infizierte eben Shutdown für die Gesellschaft. Statt Schutzvorkehrungen für besonders gefährdete Personen wird jedermann eingesperrt. Und ja, vielleicht ist das überzogen. Es ist mit Sicherheit überzogen. Aber man kann das halt nicht falsifizieren, man kann kein anderes Szenario als gewisse Entwicklung verkaufen.

Apropos "andere Szenarien". Zumindest in Deutschland hängt alles an den Empfehlungen von Prof. Wieler (RKI-Chef) und Prof. Drosten (Virologe). Ganze zwei Experten, die offiziell vom Bund zurate gezogen werden, sind indirekt verantwortlich für den Shutdown im Lande. Alternative Meinungen werden nicht zugelassen und direkt als Fakenews zensiert. Also JEDER Virologe, der eine andere Meinung als Drosten vertritt und den Corona-Virus wahlweise als "mit Influenza vergleichbar" betrachtet, verbreitet aktuell "Fakenews". Grippe ist nicht harmlos, sondern kann besonders bei älteren und immunsuppressiven Menschen schwere Verläufe nehmen. Und Corona spielt in der Liga. Grippe und Corona sind faktisch beide Pandemien, die Grippe geht einmal um die Welt, Corona geht einmal um die Welt. Bei der schweren Grippe von 2017/18 mit 25.000 Todesfällen in Deutschland wurde kein Notstand ausgerufen, auch wenn effektiv in den 8 Monaten der Saison im Schnitt mehr als 3100 Menschen gestorben sind je Monat.

Und jetzt stellen wir uns mal das Gegenszenario vor, niemand hätte den Corona-Ausbruch bemerkt und Corona wäre "unbemerkt" über die Welt gezogen als "Grippewelle". Hätten wir einen Unterschied bemerkt? Wäre 2020 dann nicht als Jahr mit "schwerer Grippewelle" in die Geschichte eingegangen bei den gleichen Todeszahlen?
In meiner Branche gilt: "wer viel misst, misst Mist". Die Corona-Tests sind weder zuverlässig, noch wird nach Augenmaß gemessen. Jeder, der Symptome hat, wird getestet, aber nicht jeder, der Symptome hat, hat auch genau den Corona-Stamm im Körper, um den es gerade geht (Erkältungen werden durch andere Arten Corona-Viren ausgelöst). Und selbst Influenza-Viren können zu einem positiven Test führen, auch wenn sie gar nichts mit Corona zu tun haben. Auf der anderen Seite schlupfen unglaublich viele Menschen durch's Raster, die einfach keine signifikanten Symptome haben und nur einen sehr milden Verlauf der Corona-Erkrankung durchleben: ein, zwei Tage leichtes Fieber und erkältungsähnliche Symptome. Wer geht mit einem leichten Schnupfen zum Arzt?
Am Ende landen doch hauptsächlich die schwereren Fälle beim Arzt und die schwersten auf der Intensivstation. Und dort gibt's dann auch den Großteil der Sterbefälle. Statistisch wirkt sich das verheerend aus: es werden im Grunde fast nur die schwereren Fälle getestet, nicht aber jene, wo die Krankheit nahezu symptomfrei und unbemerkt durchlebt wurde. Offiziell geht man von 80% "leichten Fällen" aus. Möglich ist aber, dass man den Löwenanteil Infizierter gar nicht identifiziert, weil "unbemerkt". Dann würden die leichten Verläufe möglicherweise nochmal signifikant steigen - zum Beispiel auf 95%. Bleiben noch 5% schwere Fälle über einen gewissen Zeitraum verteilt. Weder gibt's 100% Durchseuchung noch sind alle gleichzeitig erkrankt, es braucht also keine 4 Millionen Intensivbetten in Deutschland. Womöglich kann man sogar einen Teil der Erkrankten in ein normales Krankenbett legen und muss nur dann eingreifen, wenn Atemnot droht. Wie hoch ist der Anteil "schwerster Verläufe" mit Beatmungsgerät oder Todesfall am Ende? Sind wirklich alle Corona-Toten an Corona oder mit Corana gestorben?
Auch hier: würde man nicht nach dem Erreger suchen, stünde bei den meisten Menschen wohl "Lungenentzündung nach Influenza-Infektion" - also Grippe-Toter. Und da sind wir wieder an dem Punkt ganz am Anfang: die Grippe-Saison 2019/20 (Corona nicht bemerkt) verläuft zumindest in Deutschland weit weniger schwerwiegend als die Grippe-Saison 2017/18 - welche Maßnahmen zum Schutz der Anfälligsten wurden denn damals durchgeführt? Nix. Die Leute starben, dass an Lungenentzündung durch Grippe Menschen sterben ist akzeptierte medizinische Banalität. Warum also diese Aufregung um den Corona-Virus?

Grippe ist nicht harmlos, Corona ist nicht gefährlicher als eine Grippe.

Zu den Maßnahmen an sich: es ist, denke ich, nicht verkehrt, in einer Grippe-Saison verstärkt auf persönliche Hygiene zu achten und die Mitmenschen vor einer Infektion schützen. Das sind so Klassiker wie "Hände Waschen" und "Hand vor'n Mund" beim Nießen. In der Grippe-Zeit lieber doch den eigenen PKW nehmen, statt mit den Öffis fahren. Und wenn man schon Körperkontakt haben muss, Hände schütteln etc, immer erst waschen, bevor man damit in die Nähe des Gesichts geht. Einfache Maßnahmen, null-invasiv, für jedermann verständlich erklärbar.

Was dagegen hier gefahren wird, ist "Kriegsrecht" ohne Krieg. Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbot, Versammlungs- und Demonstrationsverbot, Gasthäuser und viele Dienstleistungen direkt am Menschen geschlossen, keine Volksfeste, Aufführungen, Konzerte und Events mehr. Alles, was Spaß macht, verboten. Man könnte meinen, dass unsere Regierungen in Bund und Ländern eher Freude daran haben, uns den Rest von Lebensfreude zu nehmen, als ernsthaft sich mit dem Corona-Virus auseinanderzusetzen und maßvoll zu entscheiden. Ach was, ich bin mir absolut gewiss, dass sich unsere Regierenden ergötzen am Umstand, dass man den Untertan im eigenen Heim einsperren kann und die meisten das auch noch toll finden. Besser hätten es historische Propagandameister auch nicht hinbekommen können.
Besonders perfide ist die Mischung aus Schock- und Salamitaktik. Erst wird's Volk geschockt und eingeschüchtert mit dem Strauß an Maßnahmen zu beginn, dann gab's jede Woche neue Hiobsbotschaften. Und während alles "bis Ostern" terminiert war, geht's nun weiter "bis auf weiteres" ohne Angabe einer Deadline. Gestern dann die Gewissheit, dass auch bis September und Oktober effektiv das Jahr spaßfrei bleiben wird: das Oktoberfest fällt auch ins Wasser. Das größte Volksfest der Welt mit Millardenumsatz - abgesagt. Was meint ihr wohl, wie da die Chancen stehen für die noch nicht abgesagten kleineren Feste vor diesem Termin? In meiner Stadt wird traditionell das 250 Jahre alte Kinderfest kurz vor Abschluss des Schuljahres gefeiert. Bis jetzt ist das noch nicht abgesagt. Ich bin mir sicher, die Absage kommt dieser Tage, einfach weil. Wenn in München kein Oktoberfest stattfindet, dann gibt's auch keine Cannstatter Wasen in Stuttgart. In Ulm bleibt vom Schwörfest nur noch die Schwörrede. Kein Nabada, keine Lichterserenate. Auch das internationale Donaufest ist passé. Und das Ulmer Volksfest dürfte genauso abgesagt werden. Das Schützenfest in Bieberach - auch das fällt aus.
Alles, was Spaß macht, ist effektiv bis Oktober abgesagt. 2020: das Jahr ohne Freude in Frühling und Sommer. Und vermutlich auch im Herbst nicht. Der pessimistische Scherz, man sähe sich dann auf dem Weihnachtsmarkt wieder beim Glühwein wird immer realistischer. Und geht's nach dem Willen der Regierenden, fällt vermutlich auch noch Weihnachten ins Wasser.

Ist das alles noch maßvoll?
Oder wird hier einfach mal richtig schön dem Souverän gezeigt, wer im Zweifel die Macht im Staate hat und dass "Grundrechte", "Rechtstaat" usw. Privilegien sind, die nach Gutsherrenart auch wieder einkassiert werden können?

Wenn das die Lehren aus der Corona-Krise sind, dann brauchen wir eine Verfassung, die genau solche Entwicklungen explizit ausschließt.
Wenn das hier vorbei ist, dann hoffe ich, dass die Rolle der WHO und deren Finanziers endlich zur Debatte steht. Ich will nicht, dass eine von Milliardären finanzierte NGO supranationale Macht ausüben kann, um irgendwelche Impfkampagnen loszutreten. Das ist weder im Interesse der Menschheit noch im Interesse der Gesundheitsvorsorge. Wie kommt's eigentlich, dass Dinge, die irgendwann alle mal Berechtigung hatten und gute Sachen waren, so zerfressen sind von Korruption und Eigeninteressen der Geldgeber, so sie nur noch Schaden anrichten und keinen Nutzen?

Einmal mehr ist das "Böse" die Korruption, die Gier nach Geld und Macht, das Krebsgeschwür der Menschheit.

PS: wäre ich 30 Jahre älter, ich hätte wohl die letzten 10 Jahre der DDR in Bautzen verbracht, im "gelben Elend" (Stasi-Knast). So jedenfalls fühlt es sich dieser Tage an, wenn man noch selber denkt und net nachschwafelt, was in den Gazetten steht.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.04.2020 09:29).

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