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  • demon driver

mehr als 1000 Beiträge seit 25.02.2000

Partizipativer Journalismus, partizipative Demokratie

Na, wo denn wohl könnte der Bevölkerung das "Partizipative" jenes
sogenannten "partizipativen Journalismus" erfolgreicher vorgegaukelt
werden, als in einem Gesellschaftssystem, dessen Regierungsform seit
Jahrzehnten trotz aller Erscheinungsformen von
"Politikverdrossenheit" völlig ungebrochen im Hinblick auf die
politische "Partizipation" ähnlich etwas vorgaukelt? Die Menschen in
diesen Gesellschaften sind halt von klein auf dazu sozialisiert
worden, vorgetäuschte Einflussmöglichkeiten auf ihre Lebensrealität
für echte zu halten.

Es könnte sich im übrigen dem Handelnden, der sich das Subjekt der
vorgetäuschten Einflussmöglichkeit wähnt, deren wahrer Charakter bei
näherer Betrachtung sogar als das genaue Gegenteil entpuppen, nämlich
als ein Verwertungs-, wenn nicht Ausbeutungsverhältnis, dessen Objekt
er in Wahrheit nur darstellt.

Ganz abgesehen davon, dass das im Artikel angesprochene
Verwertungsverhältnis primär einem ganz bestimmten Zweck dient: dem
jeweiligen Verleger immer mehr von der Arbeitsleistung gelernter
Journalisten zu ersetzen, ohne dabei irgendjemandem auch nur
ansatzweise noch den Lebensunterhalt zu schulden oder irgendwelche
Beiträge für die Gemeinschafts- und Sozialfinanzierung abführen zu
müssen.

Cheers,
d. d.
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