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  • Volkerseitz, Volker Seitz

3 Beiträge seit 18.08.2011

50 Jahre nach der Unabhängigkeit

Auch 50 Jahre nach der Unabhängigkeit  wird an der Legende einer
angeblichen Ausbeutung des armen Südens durch den reichen Norden
gestrickt.Die meisten der am wenigsten entwickelten Staaten der Welt
liegen immer noch in Subsahara-Afrika und der größte Teil der
Bevölkerung profitiert nicht von den bemerkenswerten
Wirtschaftsdaten. Wo Rohstoffe sind, profitieren nur die abbauenden
Unternehmen und die tonangebenden Politiker.  In mehr als 20 Staaten
leben -mangels verantwortlichem Umgang- trotz reicher Ressourcen an
Öl, Mineralien  Millionen in Armut. Eine kleine privilegierte Schicht
hat dagegen unermessliche Vermögen angehäuft. Dort, wo es
Bodenschätze gibt, sind die Menschen am ärmsten. Sollten wir nicht
endlich unser Augenmerk auf die wahren Ursachen der Armut legen und
klar und deutlich benennen.? Es müssen endlich ehrliche Antworten auf
unangenehme Fragen gegeben werden- etwa auf die Frage wem in Afrika
wirklich geholfen wurde. Nur wenn die Realität ungeschminkt benannt
wird, lässt sich Glaubwürdigkeit wiederherstellen. Die mehr und mehr
ans Tageslicht getretenen Fehlentwicklungen werden systematisch
ignoriert oder wenigstens klein geredet. Oder bleiben die Verfechter 
der Political Correctness weiter beim Programm mit dem Zwang zum
Wegschauen und zur Schönfärberei? 
Anspruch und Wirklichkeit lagen in Afrika immer weit auseinander. Die
herrschende Klasse hat sich in ihrer Macht und ihrem Egoismus
verschanzt und geniesst zynisch die Privilegien an den Töpfen der
Macht. Afrikas abgewirtschaftete Dauerpräsidenten haben ihren Ländern
viel geschadet, weil deren Politik zu Vetternwirtschaft, Ineffizienz,
Intransparenz und Korruption neigt.  Seit Jahrzehnten ist diese opake
Führungsriege immun gegen die Realität. Die Menschen sehen sich ohne
Zukunftsperspektive  weit weg von Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher
und sozialer Entwicklung. Es gibt keine Orientierungspunkte, keinen
Horizont, der der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit vermitteln
und sie in eine Aufbruchstimmung versetzen könnte.  Mangels einer
glaubwürdigen Opposition gibt es auch keine gesellschaftlichen
Entwürfe,  Vorschläge  für unterschiedliche Arten zu wirtschaften , 
die miteinander in Wettbewerb stehen.  Dennoch werden Sündenböcke für
die Misere gerne außerhalb ihrer Länder gesucht. Der Westen wird sich
künftig deutlicher positionieren müssen. Es reicht nicht, mit
Appellen sorgenvolle Miene zum bösen Spiel zu machen.
Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"

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