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  • Freddy_1

792 Beiträge seit 16.01.2017

Denkvorlage (ehemaliges Nachrichtenmagazin): Liebesgrüße an Moskau

Ich wollte mal sehen, wie die aktuelle Denkvorlage aussieht und habe beim ehemaligen Nachrichtenmagazin gleich ganz oben einen Artikel zu diesem Thema gefunden.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-die-russland-sanktionen-liebesgruesse-an-moskau-a-1161126.html
https://web.archive.org/web/20170803104851/http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-die-russland-sanktionen-liebesgruesse-an-moskau-a-1161126.html

Man muss nicht lange suchen, oder eigentlich gar nicht, denn die Hauptbotschaft steht schon im Titel:

Liebesgrüße an Moskau

Der unabhängige Journalist, der diesen grandiosen Text verfasst hat, teilt also sogar Nicht-Lesern des Artikels, die nur die Headlines überfliegen, mit, dass Trump irgendwie für Putin arbeitet.

Im Artikel geht es erst mal ausführlich um Oberflächliches, nämlich dass das Unterschreiben von Papieren eine PR-Show ist. Dann müssen Trumps belanglose Bemerkungen natürlich (wie auch in diesem Artikel) genau wiedergegeben werden, allerdings noch mit einer "Einordnung":

Typisch Trump

Dann kommt Kritik! Das ehemalige Nachrichtenmagazin kritisiert den eigenen Chef (war ein Witz...).
Aber leider wird nicht auf das eigentliche Thema eingegangen, indem die neuen Sanktionen gegen Russland untersucht, analysiert und kritisiert werden. Nein, es wird kritisiert, dass Herr Trump die Sanktionen nicht schnell genug unterschrieben hat (was auf mich so wirkt, als ob die Sanktionen aus Sicht des Verfassers irgendwie gut seien).

Während der gesamte Kongress und die meisten Amerikaner die Sanktionen stützen, ließ Trump sie eine Woche auf seinem Schreibtisch gammeln, bevor er sie absegnete.

Für die zweifelhafte Behauptung, dass die meisten Amerikaner die neuen Sanktionen unterstützen, wird wie üblich keine Quelle angegeben. Ich gehe davon aus, dass Stammleser und vergleichbare Gruppen keine Quellen erwarten und die Behauptung unkritisch aufnehmen.

Am besten finde ich, wie hier suggeriert wird, dass Trump für Russland arbeiten soll, während es um Sanktionen gegen Russland gehen soll.

Nein: Trumps Signale zielten wahrscheinlich woanders hin - nach Moskau.

Irgendwie wird dann aber auch nicht weiter darauf eingegangen. Jetzt geht es plötzlich um den ehemaligen FBI-Chef. Und überhaupt entfernt sich der Artikel immer weiter vom Thema, ohne jemals wirklich auf das Thema eingegangen zu sein. Man könnte ja meinen, jetzt werden die Sanktionen erklärt, verglichen und deren Auswirkungen für die USA, für Europa und besonders für Deutschland und Russland detailliert dargelegt. Aber nein, der Sohn von Herrn Trump hat sich mit einer russischen Anwältin getroffen.

Der nächste Absatz ist ebenso themenfremd wie peinlich, aber dafür auch amüsant, denn hier wird der Stammleserschaft am Beispiel Trump erklärt, dass jeder, der nicht Russland kritisiert, für Putin ist. Da steht:

Auffällig auch: Bisher hat Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin weder für die Wahleinmischung noch für seine Vergeltungsmaßnahmen gegen die Sanktionen direkt kritisiert. Statt dessen kritisiert er alle, die Russland rügen, selbst in der eigenen Partei. Das verstärkt den Eindruck der Verdunkelung und wirft unangenehme Fragen auf: Warum deckt er Putin?

Dann noch etwas mehr inhaltsleeres Blabla und der krönende Abschluss ist die Vermutung, Trump hätte mit Putin telefoniert. Seit diesem Jahr scheint das ja verpönt zu sein.

Statistik: Das Wort "Trump" kommt auf der gesamten Seite 35 mal vor. "Putin" 9 mal.

Meine Güte war das ein peinlicher Artikel.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (03.08.2017 12:50).

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