Avatar von Mr. B.B.C.
  • Mr. B.B.C.

mehr als 1000 Beiträge seit 10.09.2000

Kommentar

Es hat den Anschein dass extrasolare Planeten überwiegend ziemlich
exotisch sind - lauter Gasgiganten, die nahe dem Zentralgestirn
kreisen. Man muss dazu immer wieder betonen, dass man diese schlicht
einfacher entdecken kann bzw. hat man praktisch keine Chance zum
Beispiel unsere Erde aus nur 10 Lichtjahren Entfernung zu entdecken.
Das ginge allenfalls mit Transitmethode und je weiter ein Planet weg
und je kleiner er ist, desto geringer wird die Chance dass seine Bahn
einen brauchbaren Winkel zum Beobachter aufweist.

---

Kohlenstoff != Kohle

Kohle besteht zwar zu über 70% aus Kohlenstoff... (bzw. 50% nach
Masse, was die normale Prozentangabe in der Chemie ist, weswegen man
bei Spirituosen extra "Volumenprozent" draufschreibt)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kohle

Diamant und Graphit sind hingegen sehr reine und damit eigentlichere
Formen von Kohlenstoff. Mal abgesehen davon dass man prinzipiell mit
"viel Kohlenstoff" neben Kohle auch Methan bzw. Erdöl, Teer,
Kohlenstoffdioxid und im Grunde alle organischen Verbindungen
einschließt.

---

Das Innere des Riesen könnte ein heißer Diamant sein beziehungsweise
ein Monsterdiamant mit glutflüssigem Kern. Kommt darauf an, ob die
Temperatur irgendwo so weit runter geht, dass sich ein Kristallgitter
bilden kann. Glutflüssiger Kohlenstoff ist wie Quecksilber. Könnte
evtl. sogar so heiß sein, dass der Kohlenstoff als Plasma vorliegt.

Auf keinen Fall braucht man mit einer fantastischen Kristallwelt
rechnen. Ohne Druck wandelt sich ein Diamant bei 1200°C IIRC in
Graphit um. Bestenfalls hat man eine praktisch perfekt glatte
Diamantfläche unter einer alles zerquetschenden und einebnenden
Atmosphäre.

---

Das Sagenhafte an der Entdeckung letzte Woche sind nicht Bakterien,
die sich von Arsen ernähren, sondern, dass sie Arsen statt Phosphor
verwenden und auch in ihrer DNS einbauen. Eigentlich fast
außerirdisch, wie Leben basierend auf Silicium oder meinetwegen auf
Stickstoff statt Kohlenstoff. Bei näherer Betrachtung aber nicht SO
außergewöhnlich, denn Arsen ist Phosphor chemisch relativ ähnlich;
bei einem Mangel an Phosphor und Überschuss an Arsen schlicht
konsequent dass sich solche Mikroorganismen entwickeln.

Die Giftwirkung vom Arsen beruht auf einer Störung von Enzymen. Die
Bakterien mussten also "nur" was gegen diese Störung entwickeln. Das
können alternative Enzyme sein, die immun sind, oder die Produktion
von Stoffen, die Giftstoffe neutralisieren. Blind geraten vermutlich
Enzyme, die jegliches Arsen sofort in Arsenate umwandeln.

Bewerten
- +
Anzeige