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  • sn_winter

16 Beiträge seit 17.04.2015

Es gibt keine Gravitation des "Universums als Ganzes"

Fundamentalphysiker streiten sich nicht (wie im Beitrag behauptet) über Einsteins kosmologische Konstante.
Vielmehr kann man Physiker in zwei Gruppen unterteilen: solche, die bei Verstand sind und solche, die (seit 100 Jahren) dem Unsinn verfallen, die Feldgleichungen der Gravitation auf das "Universum als Ganzes" anwenden zu wollen.
Die "Geschwindigkeit", mit der sich Galaxien von einander fortbewegen, ist um so größer, je größer der Abstand ist (egal, ob die Expansion linear oder beschleunigt vor sich geht). Das bedeutet unweigerlich, daß in großen Entfernungen diese "Geschwindigkeit" der Galaxien die Lichtgeschwindigkeit übersteigt und in sehr großen Entfernungen eben auch die milliardenfache Lichtgeschwindigkeit übersteigt.
Jedermann weiß, daß die Masse der Galaxien unendlich groß wird, wenn sie in dieser unmöglichen Weise zu beschleunigen wäre. Das Thema hat also nichts mit Beschleunigung zu tun, nichts mit Masse, (dunkler) Energie, Momentum, Energiedichte oder sonst etwas zu tun, was Raúl Rojas hier anführt.
Die "Expansion" des Raumes ist eine Eigenschaft der Raumzeit selbst: sie ist Skalierung des Raumes. Die Skalierung des Raumes benötigt keine Energie um voranzuschreiten, genauso wenig, wie die Zeit Energie braucht, um voranzuschreiten. Und die Skalierung des Raumes ist keine Bewegung "im" Raum, d.h. sie ist nicht relativistisch, nicht an den Grenzwert Lichtgeschwindigkeit gekoppelt.
Die Entwicklung des Universums (Ursprung, Expansion, Metrik) wird also nicht maßgeblich durch die Gravitation bestimmt, wie fälschlich in der Wikipedia behauptet wird:
https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Relativit%C3%A4tstheorie#Kosmologie
Es gibt keine Gravitation des "Universums als Ganzes" und die im Beitrag behauptete "Gegenkraft gegen den Gravitationskollaps des Universums" ist gegenstandslos.
Aber das ist alles seit vielen Jahren beschrieben, u.a. hier:
http://ow.ly/XhuJ307kdk4
Der Auftrag von Autoren wie Raúl Rojas ist es, die öffentliche Diskussion in Scheingefechten gefangen zu halten, bis in ca. 30 Jahren die sogenannte "gesellschaftliche Singularität" erreicht ist - die eine Wahrheit, die für alle Zukunft nicht mehr in Frage gestellt wird.

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