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  • Ho Tsen Plots

mehr als 1000 Beiträge seit 25.09.2016

Sieben Kritikpunkte zu den Thesen des Autors

Zunächst mein Kompliment an Rainer Schreiber, der offenbar nach seiner letzten, von Falschbehauptungen durchsetzten, stark ideologisch gefärbten Polemik
Massaker, völkischer Nationalismus und Wahn
wenigstens einen Teil seines kritischen Geistes reanimieren konnte.

Thesen 1 bis 6 beschreiben die Wirklichkeit und sind damit weit entfernt davon, provokant zu sein, wobei These 3 auch nur die halbe Wahrheit ist:
Die Migrationswelle wurde bewusst losgetreten und ist Teil der Destabilisierungsstrategie zur Schwächung der europäischen Nationalstaaten, ihrer Kultur und Bevölkerung.

7. Damit wurde zugleich das Interesse Russlands an der Erhaltung seiner geopolitischen Position und des daran geknüpften Militärstützpunkts in der Region in Gestalt seines letzten Verbündeten Assad tangiert. Russland kämpft in Syrien insofern um seine beanspruchte unbedingte Geltung als ebenbürtige Weltordnungsmacht neben den USA.

Hier übersieht der Autor, dass Russland durch die USA und die angeschlossene NATO fortgesetzten Destabilisierungsversuchen ausgesetzt und existenziell bedroht ist. Es geht um weit mehr als um eine laut Autor "beanspruchte unbedingte Geltung als ebenbürtige Weltordnungsmacht neben den USA".
Ich möchte nicht wissen, wie oft sich die Russen schon in den Hintern gebissen haben, dass sie damals bei der Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat nicht ihr Veto eingelegt haben.

8. Beide Großmächte sind ausschließlich an der Durchsetzung ihrer politischen Zwecke interessiert; die Anklagen über die Menschenrechtsverletzungen der jeweils anderen Seite stellen nur die Begleitmusik dazu da, die die Bevölkerungen ihrer jeweiligen Länder für diesen Krieg einnehmen soll.

Der Autor unterstellt Russland fälschlicherweise die gleiche Handlungsweise wie den USA, die über Leichen gehen, um ihre geopolitischen Interessen durchzusetzen.
Im Unterschied zu den USA, die sich keinen Deut um die Zivilbevölkerung gesorgt haben, als sie Rakka in Schutt und Asche legten, versucht Russland, die Bevölkerung zu schonen, Fluchtkorridore zu vereinbaren etc.

Die Mainstream-Medien fallen auf diese Kriegspropaganda herein wie eh und je.

Die Mainstream-Medien sind unverzichtbarer Teil der Kriegspropaganda. Wo lebt der Autor eigentlich, und wie blind muss man sein, um so etwas zu schreiben?

14. ...wird augenfällig, dass die EU die Zeit seit der letzten Flüchtlingskrise nicht genutzt hat, ein einigermaßen tragfähiges Konzept für deren transnationale Verteilung und den EU-weit einheitlichen Umgang mit ihren Nöten zu erarbeiten.

Ein Fehlschluss des Autors aus pseudomoralischer Perpektive, da den echten Flüchtlingen vor Ort viel besser und mit einem Bruchteil der aufzuwendenden Mittel geholfen wäre, als sie nach Europa zu locken.
Zudem ist die "transnationale Verteilung" innerhalb der EU nichts als eine Schimäre.

Weiterhin schreibt der Autor von einem "gehässigen, unmenschlichen Rassismus, der gegen die arabischen Migranten zunehmend in Anschlag gebracht wird" und unterschlägt dabei, dass es sich hier hauptsächlich um archaisch sozialisierte Glücksritter mit einer rückständigen Religionsauffassung handelt, die die hiesige Kultur und Gesellschaft verachten. Eine Ablehnung dieser für die Gesellschaft hochgradig destruktiven Masseneinwanderung aus dem arabischen Raum ist nicht nur vernünftig, sondern dringend geboten.

17. Durch die Zerstörung der politisch definierten Feindstaaten vom Mittleren Osten bis Zentralasien wurden und werden Millionen Menschen zum Verlassen ihrer Länder gezwungen, denen dies ansonsten niemals eingefallen wäre.

Wieder nur die halbe Wahrheit. Der Autor unterschlägt den youth bulge durch das ungebremste Bevölkerungswachstum in den Herkunftsländern und die ungeheure Sogwirkung, die Deutschland und andere reiche Länder in Europa durch ihr Sozialsystem mit lebenslanger Vollversorgung für sogenannte Schutzsuchende ausüben, siehe auch Gunnar Heinsohn.
Außerdem ist die Massenmigrationswelle bewusst losgetreten worden, wie ich schon angemerkt hatte.

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