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  • BerlinSWagner

mehr als 1000 Beiträge seit 10.11.2003

Burka - Fetisch oder Instrument?

Beim Burkaverbot sehe ich 2 Argumentationslinien. Die eine sagt, dass
die Burka die Unterdrückung der Frau symbolisiert. Diese
Argumentation herrscht vor, und deutet darauf hin, dass wir die
Diskriminierung nicht sehen wollen, dass sie mehr ein Tabu als ein
Problem ist. Weil Burka trägt ja kaum eine Frau, hierzulande, und
eine Frau, die sich unter eine Burka zwingen lässt, wird ja nicht
freier, wenn man die Burka verbietet. 

Argumentation 2 sagt, dass die Burka ein Instrument der
Diskriminierung ist. Die Frau kann nicht wie ein normaler Mensch
angesehen werden, und entwickelt unter dem Stoffgefängnis ein
Sklavenbewusstsein usw.

Beides ist nicht von der Hand zu weisen, und beides wird nicht gelöst
durch ein Burkaverbot. Wenn der Mann sagt: 'Ohne Burka gehst Du nicht
aus dem Haus', und der Staat sagt: 'Mit Burka schon gar nicht', dann
bleibt die Frau ganz zu Hause, und nix ist mit der Emanzipation, aber
aus den Augen aus dem Sinn. 

Ich lebe in einem Stadtteil Berlins mit vielen Migrantinnen.
Kopftücher sieht man einige, aber Burkas nie, die kenne ich nur aus
dem Fernsehen. 

Daher meine ich, dass die Burka nur eine Gelegenheit für die
Leitkulturhirsche ist mal wieder durch den Wald zu röhren, und
Xenophobie als Menschenrecht zu proklamieren, verbunden mit einer
germanischen Verbotskultur. 

Was wir wirklich bräuchten wäre eine Saison mit bunten Glamorburkas,
mit Burkas die mit Louis Vitton/BOSS/Ed Hardy und H&M bedruckt sind,
richtig teure Edelburkas, mit Gold und Pailetten, und auch bei
Woolworth etwas trashiger und von Wolfsskin mit Goretex. 

Eine zivilisiert-humorvolle, im besten griechischen Sinne
europäische, kreative Reaktion. 

Aber offenbar haben die Kreativen anderes zu tun, als sich an der
Integration zu beteiligen, und überlassen das lieber der Polizei -
die findet natürlich polizeiliche Antworten.
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