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  • Crissov

647 Beiträge seit 27.03.2001

Senderprofile, digitale Spartensender

Das Problem unserer Radiolandschaft ist doch, dass zuviele Sender
sich den gleichen Zielhörer definieren, sich aber gleichzeitig
niemand mit diesem identifizieren kann.
Hinzu kommt, dass in Band II (heute 87,5–108,0 MHz) nur Platz für
wenige Programme ist und diese auch noch zu viele Frequenzen erhalten
– ich kann teilweise die lokale „Antenne“ auf vier Positionen rund um
106 MHz in optimaler Qualität empfangen.
Die Digitaltechnik bietet eigentlich die ideale Möglichkeit für eine
Vielzahl von Spartensendern, so dass „One Suits Everyone and
Noone“-Programme keine Chance mehr hätten. Um nur mit Werbeeinnahmen
überleben zu können – so teuer kann der Betrieb eines
Maxi-CD-Werbekanals allerdings auch nicht sein –, würde es sich
anbieten, mehrere Spartensender zu betreiben, auf denen die
Werbeblöcke – und ggf. auch Nachrichten etc. – gleich sind. Ab einer
gewissen Masse ließe sich auch der Wortanteilzwang abschaffen, so
dass Dauerdudelsender möglich würden.

Ob die Technik nun DAB, DVB, DRM oder eine Kombination daraus ist,
ist letztlich egal. Wichtiger wäre, dass jeder Sender eine begrenzte
Zahl wohldefinierter und ggf. temporärer Tags ausstrahlen würde
(lokal/regional/global, Genre(s), Epoche(n), Sprache(n), Stimmung,
Art der Informationen etc.) anhand derer die Empfangsgeräte filtern
könnten.

Was für Spartenkanäle brauchen wir?
* Live (Sport, Konzert, Politik, andere Ereignisse)
* Information inkl. Verkehr, Wetter, Börse
* Reportagen, Kultur
* Hörbücher/-spiele
* Alters-/Berufsgruppe (Kinder, Jugendliche/Schüler, Studenten,
Arbeiter, Rentner)
* Epoche (aktuell, n-ziger, Jhd.)
* Genre (Charts, Balladen, Pop, Disco, Techno, D&B, Dance, Hip-Hop,
Metal, Rock 'n' Roll, Alternative, Punk, Ska, Jazz, Klassik,
Volksmusik, Schlager, Ethno, etc.p.p.)
* Epoche + Genre

Die Musikfernsehlandschaft hat im übrigen ähnliche Probleme, die sie
aber anders zu lösen versucht, nämlich durch Monopolisierung und
Abkehr von Musikvideos sowie Reduzierung auf selbstgeschaffene
Charts, obwohl sie sie genauso mit Diversifizierung lösen könnte.
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