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  • micdinger

888 Beiträge seit 19.07.2005

Bis zur bitteren Neige

"Sein unkonventioneller Vorschlag: Deutschland und andere
wirtschaftlich starke EU-Staaten wie die Niederlande und Finnland
sollten aus der Euro-Zone austreten und eine eigene Währung
einführen. In der Folge würde der Alt-Euro abgewertet. Da ein
Großteil der Verbindlichkeiten in Euro besteht, hätte dies positive
Auswirkungen. "

Nicht unkonventionell, sondern Blödsinn. Positive Auswirkungen hätte
dieses Vorgehen natürlich für die Schuldner. Aber was hätten die
Neuroländer davon. Auch alle alten Guthaben würden gegenüber dem
Neuro entsprechend abwerten, nur Immobilien, Produktionsmittel,
Bildungsguthaben, Wertgegenstände und Beziehungen würden ihren
inneren Wert behalten, wie bei der Währungsreform 1948. 

Nur dass 1948 von Wohlstand für den größten Teil der Bevölkerung
keine Rede sein konnte. Würde jetzt eine Währungsreform in die Wege
geleitet werden, brächen die bestehenden Wohlstandsgesellschaften der
Neuroländer sofort zusammen. Die in Neuro produzierten Waren,
ausgenommen Hightech, wären nur schwer auf dem Weltmarkt abzusetzen -
Steigerung der Produktivitätsrate wäre unvermeidlich - weitere
Entlassungen stünden an. Aber was ist mit all den anderen Teilen der
Bevölkerung, die nicht daran partizipieren können. Sie würden wie die
Griechen auf die Straße gehen. Was dann weiter geschieht, keine
Ahnung.

Es wird einmal so kommen, nur wird die Initialzündung nicht von den
Euroländern ausgehen sondern in den USA stattfinden. Deren
Verschuldung ist viel höher als die der Euroländer. Die Euroländer
können also noch eine ganze Weile Kredite prolongieren und Garantien
abgeben, da der erste Schritt für die unvermeidliche Neubewertung der
wirtschaftlichen Werte höchstwahrscheinlich von den USA ausgehen
wird.

Edit: Rechtschreibung
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