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  • hgeiss

423 Beiträge seit 06.08.2014

Anderer moralischer Blickwinkel auf die Problematik

Dass man Verfolgten für die Zeit ihrer Verfolgung helfen muss und der Westen durch seine Räuberpolitik und wir alle durch unser Verbraucherverhalten permanent neue Fluchtgründe schaffen und dadurch in der Verantwortung stehen, möchte ich als Vorwort anführen, um nicht gleich mit einem Keulenschlag begrüßt zu werden. Doch möchte ich mich der Thematik mit einer anderen ethischen Sicht nähern.

Die heute offen vorgetragene Forderung nach einem Einwanderungsgesetz deutet darauf hin, dass es immer nur um Import von Arbeitskräften ging.

Zwei Jahre lang wurden jedem, der die Motive der unkontrollierten Zuwanderung auch nur vorsichtig zu hinterfragen getraute, unethische Gesinnung unterstellt, nicht selten sogar rassistische Motive. Da gab es die perfidesten Hasspredigten, oft in seltsamer Eintracht durch Pseudolinke und bürgerliche Moralisten, die – wie es Frömmler seit jeher tun - ihre edle Gesinnung wie Pfauenfedern tragen. Die anderen frönten dem Heuchlermotto: „Tu Gutes und rede darüber!“ und die Häuptlinge der christlichen Kirchen wetteiferten mit Grünen und Sozis um die Meinungsführerschaft in Sachen Moral (und verschafften nebenbei ihren Sozialverbänden, ihren Zulieferern und Immobilienspekulanten sichere Geschäfte).

Ihre hohe Moralität unterstrichen sie auch damit, dass sie jeden, der die Hintergründe zu erhellen versuchte oder wer „egoistisch“ argumentierte, kurzerhand zum Nazi erklärten.
Dies war eines der unfairsten Verleumdungsprojekte aller Zeiten. Jemandem Rassismus zu unterstellen, also die abscheulichste aller menschlichen Beschränktheiten, die in seiner extremsten Form anderen Menschen das Recht auf Leben abspricht, ist nichts weniger als perfide.

Noch heute wird pauschal von Asylanten und Flüchtlingen gesprochen, obwohl jeder wissen könnte, dass die allermeisten der körperlich unversehrten jungen Männer ins Land gelockt oder/und getrieben wurden. Kanzlerin und Bundespräsident reisten in der Zeit davor durch die Länder der Armen und warben um Arbeitskräfte und behaupteten, Deutschland sei ein Einwanderungsland und habe ein demografisches Problem.

Parallel dazu half die deutsche Regierung aktiv mit, Nordafrika und Syrien zu destabilisieren, entweder mit der Unterstützung von Wirtschaftsboykotten oder durch flankierende militärische Beteiligung, man schützte etwa mit Patriots die Aggressoren und unterstützte mit militärischen Aufklärungsflügen das Kriegsgeschehen. Der Startschuss zur Völkerwanderung wurde dann durch die UN gegeben, die Ende 2014 die Hilfen für die Flüchtlingslager eklatant zurückstrich, heute passiert ähnliches wieder in Afrika.

In diesem Zusammenhang soll daran erinnert werden, dass schon ab dem Mauerfall Millionen Aussiedler und Spätaussiedler ins Land geholt worden waren. Mit der Osterweiterung der EU ging der Zuzug billiger Arbeitskräfte weiter, doch auch Akademiker, aus den Ländern des früheren Ostblocks drängten ins lukrativere Europa. Die mit dem Geld der Herkunftsländer ausgebildeten Ärzte, Ingenieure, Facharbeiter und Pflegekräfte ließen sich von den westlichen Honigtöpfen locken, der Verlust für ihre Heimatländer ist bis heute kein Thema.

Dem Werbegetrommel der Wirtschaftsverbände und ihrer Vertreter im Parlament nach zu schließen, sieht man aber weiterhin unbegrenzten Zuwanderungsbedarf, kein Wunder, denn sie ziehen daraus ihre Vorteile, alle Folgelasten werden, wie bereits bei den als Gastarbeitern Gelockten, „sozialisiert“ und im Nebeneffekt die Sozialsysteme sukzessive geschwächt und demontiert und näher an das Niveau des kapitalistischen Weltmarktes herangeführt. Diese Entwicklung wurde nicht zuletzt auch durch jene Parteien mit verbrochen, die seit jeher vorgaben, die Arbeitnehmer zu vertreten.

Hätte man im 2015 wirklich humanitäre Gründe als Beweggrund für die Aufnahme von über einer Million Menschen gehabt, hätte man die Invaliden, Kindern und Alten aus der Not gerettet und nicht die Jungen und Fitten, die die Strapazen der Reise geschafft haben. Falls da wirklich irgendeine Strategie dahinter gestanden haben sollte, mit dem Weg über das Meer nur die Fittesten, Mutigsten und Gebildetsten zu bekommen, ist dies gescheitert, denn als Kanzlerin Merkel die Schleusen öffnete, kamen alle, auch Analphabeten, Kriminelle, und auf Grund ihrer Sozialisation für ein aufgeklärtes Land völlig inkompatible Menschen.

Darin kein Problem sehen kann man wohl nur, wenn man den Kopf in Wolken trägt oder keine Ahnung von menschlicher Sozialisiation und Entwicklungspsychologie hat, oder wer von Chaos im Zusammenleben einen Vorteil sieht. Doch wer Kinder und Enkelkinder hat, weiß um die große Aufgabe, die ihre Erziehung und Begleitung über Jahrzehnte erfordert. Wer sich beruflich gar mit der Erziehung von sozialen Problemfällen beschäftigt, weiß um die schiere Aussichtslosigkeit, Verhaltensgestörten oder Traumatisierten wirklich helfen zu können. Menschen aus einem anderen Kulturkreis zu integrieren, ist aber noch ein ganz anderes Kaliber. Nur eine Physikerin und ihre weltfremden Gefolgsleute können in ihrer Einfalt behaupten, dass das zu schaffen sei.

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