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  • Heisekucker

mehr als 1000 Beiträge seit 23.09.2008

Was man verkannt hat

Derzeit werden wir Zeugen einer auf Geschichtsvergessenheit
beruhenden Fehlanalyse der Machteliten hier bei uns.

Hier, auch wenn der Aufschrei oft laut ist, so ist er wenig tief noch
anhaltend, ist Faschismus mehrheitlich ein Wort aus einem dicken
verstaubten Geschichtsbuch.

Im ehemals sowjetischen Raum ist Faschismus aber kein Begriff aus
Geschichtsbüchern, dort ist dieses Wort mehrheitlich mit einem
Anwehrkampf dagegen verbunden, welcher im Mai '45 siegreich endete,
in fast jeder Familie gegenwärtig, als Teil der eigenen Geschichte,
der eigenen Identität.

Hier bei uns, ist Faschismus für die meisten kaum mehr als ein Wort
ferner Finsternis, etwas das man von sich fernhält, aber eben nicht
abgewehrt hat.

So ist erklärbar, das man sich in den Elite-Kreisen bedenkenlos
faschistischer Kräfte bediente, als nützliche Idioten, aber dabei vom
eigenen Verhältnis zum Faschismus ausgehend, nichts ahnend eine
Urerfahrung, einen wesentlichen Identitätskern im sog. Osten
verkannte.

Dort ist es kein staubiger Geschichtsbegriff wie mehrheitlich hier,
sondern ein Überlebenskampf-Begriff, man hat etwas geweckt, den
Faschismus und dabei übersehen, das man damit den Antifaschismus als
Überlebenskampf mit weckte.

Wehe wir besinnen uns nicht, mir schaudert!

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