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mehr als 1000 Beiträge seit 27.02.2004

Diskrepanz:

> Lediglich in 22% der Fälle wird ein Angebot auf [...]
> Weiterbeschäftigung gemacht. Dabei sehen die meisten
> Praktikanten ihren Einsatz [...] durchaus positiv.
> 55% bewerten ihr Praktikum als "gut" und nur 20% als
> "schlecht".

Das kommt daher, weil die meisten froh sind, ueberhaupt
"irgendwas zu haben". Dieses "Hauptsache irgendwas haben"
ist ja sowieso ein Mantra in einem Staate mit Arbeit als
Staatsreligion. Sich zu Hause oderin der Gesellschaft
kreativ, gemeinnuetig und/oder produktiv zu betaetigen
passt nicht in dieses Schema, und man wird schnell zu
einem "Faulenzer", "Drueckeberger" und "Herumlungerer".

Diese Stigmatisierung nahm ihren Anfang in einer
unruehmlichen Periode deutscher Geschichte, und der
Reichsarbeitsdienst hat ueberlebt in Form von
Bewerbungstraining (man unterstellt also, dass man keinen
Job hat, weil man sich nicht "gut genug praesentiert und
verkauft"), unbezahlten und auferzwungenen Praktika und
Umschulungen und eben Ein-Euro-Jobs.

Was koennte die Menschheit erreichen, wenn man nicht in
der Muehle der Erwerbsarbeit gefangen waere! Automatisierung
wurde pervertiert von Geldsaecken, die in Menschen nur
Arbeitstiere sehen. Urspruenglich sollte die Automatisierung
dem Menschen gefaehrliche, langweilige und repetive Arbeit
abnehmen. Nun ersetzt sie ihn aber.

Nur wenige haben das Glueck, einen Job auszuueben, den sie
auch ausueben moechten, und empfinden Freude daran.

O'Brien

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