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  • lurchwurch

mehr als 1000 Beiträge seit 21.04.2004

Selbst dran schuld und kein Mitleid meinerseits

Als ich in's Berufsleben startete versuchten es auch welche bei mir
und hatten Pech. Nicht dass ich mich selber auf sowas beworben hätte.
Nein, das waren ganz normal ausgescheriebene Stellen, aber in dem
selben Moment in dem im Bewerbungsgespräch die Heilsversprechen
begannen und das Wort Praktikum fiel, bin ich kommentarlos
aufgestanden und gegangen. Nicht kommentarlos blieben die, die ich
sitzen ließ und was da kam, offenbarte nur noch mehr deren
"Charakter". Dass ich dann für's Erste nicht im Ausland gelandet bin,
lag nicht daran, dass ich nicht wollte, sondern dass ich auf
halbgepackten Koffern noch eine normal bezahlte Stelle bekam. 

Wenn ich hier nichts bekomme, dann gehe ich in's Ausland und nach
meinen späteren Erfahrungen im Ausland kann ich übrigens nur sagen,
dass wohl selbst das Qualifikationsniveau eines deutschen Bachelors
in einem Gutteil von Ländern weit über das geht, was man da antrifft.
Wenn du dann Studenten oder fertige "Akademiker" triffst, die hier in
D vermutlich Probleme mit dem Hauptschulabschluß hätten, kommst du
echt in's Grübeln ob dort tatsächlich die Politik oder doch nicht die
staatliche Lotteriegesellschaft für Bildung zuständig ist.

Diese ganze Praktikumsmasche funktioniert wie das Niedriglohngewerbe
nur deswegen, weil zu viele hoffen und mitmachen.  Wenn alle "Nein!"
sagten, würde es das nicht geben. Das erfordert etwas Mut und
Selbstbewußtsein und wenn man seine Kenntnisse und Fähigkeiten nach
einem guten Abschluss, selbst nur so hoch einschätzt, dass sie nicht
mehr als ein feuchter Händedruck wert sein sollen, dann hat man sich
das selbst zuzuschreiben. Nur Affen lassen sich mit Peanuts
abspeissen.
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