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  • djadmoros

mehr als 1000 Beiträge seit 08.05.2005

Gezielte und bösartige Fehldarstellung durch Birgit Gärtner

»Der Punkt ist, dass "echte Kerle" wie Damore Frauenförderung als Akt der seelischen Grausamkeit begreifen. (...) Er konstatiert bei Google ein "psychologisch unsicheres Umfeld", das er wieder stabilisieren möchte.«

Das »psychologisch unsichere Umfeld« hat Google nicht durch irgendeine Form von Frauenförderung geschaffen, sondern durch eine spezielle Art von »diversity politics«, die überall Diskriminierung und Sexismus unterstellt, weil die zur Anwendung gebrachte feministische Doktrin vorsieht, dass ausschließlich Diskriminierung und Sexismus die Ursachen für den gender employment gap in der IT-Branche sein können.

Und das vor dem Hintergrund, dass Google seinen Mitarbeitern explizit ein »psychologisch sicheres Umfeld« verspricht, um die Entwicklung kreativer Ideen zu fördern.

»Seine Verärgerung über die Kündigung tat Damore in ultra-rechten Medien kund.«

Damore hat seine Verärgerung bei unterschiedlichen Gelegenheiten kundgetan, unter anderem in rechten Medien.

»... ideenlos anmutenden Wiederkäuer ewig-gestriger Vorstellungen über die biologische Bestimmung der Frau«

Die von Damore genannten Referenzen sind genau das nicht, und Damore hat auch keine »Bestimmung« der Frau im Blick gehabt, sondern im Gegenteil die Möglichkeiten einer Förderung jenseits des firmeninternen Diskriminierungsdogmas.

»Frauenförderung, in die Google immerhin 40 Millionen US-$ investierte, hält er also für einen Akt der seelischen Grausamkeit.«

Solche Fehlrepräsentationen leistet man sich nicht aus Versehen. Das ist vorsätzlicher Rufmord.

»Ja, Mr. Damore, das Patriarchat ist in allen Kulturen und allen Teilen der Welt zu Hause.«

Hier wird zur Prämisse erhoben, was das Endresultat einer empirischen Darstellung sein müsste. Feministischer standard mode of operation.

»Woher hat er das bloß? In welcher Kultur oder Gesellschaft werden solch barbarischen Menschenversuche durchgeführt?«

John Money und David Reimer. Aber wir tun lieber ganz unschuldig.

»Noch heute werden Mädchen sehr früh dazu erzogen, Verantwortung für andere zu übernehmen, sie lernen, sich selbst zurückzunehmen, im Streit mit dem Bruder z. B. nachzugeben. Mädchen bekommen beigebracht einzustecken, nicht auszuteilen. Sie werden früh dazu angehalten im Haushalt zu helfen, kleinere Geschwister zu beaufsichtigen, etc.«

Es gibt Milieus, in denen das noch so vorkommt, insbesondere, wenn sie religiös geprägt sind. Aber als generalisierende Aussage in Bezug auf die westlichen Gesellschaften ist das kompletter Bullshit. Es ist die Reproduktion eines feministischen Mythos.

»Feministinnen sprechen von Toxic Masculinity, einem Klima geprägt von männlicher Dominanz, Abwertung von Frauen und Minderheiten, überzogenem Selbst- und Sendungsbewusstsein, und der Unterdrückung von Gefühlen.«

Schon klar, dass Feministinnen davon sprechen. Wer nur den Hammer des Feminismus hat, für den sieht alles wie der Nagel des Sexismus aus.

»Immer noch leisten Frauen den größten Teil der Familienarbeit. Immer noch werden Frauen bei der Einstellung gefragt, ob sie eine Familie planen, bzw. wie sie denn Kinderbetreuung und Berufstätigkeit unter einen Hut kriegen wollen. Immer noch gibt es viel zu wenig Arbeitsplätze, die sich mit Familienplanung in Einklang bringen lassen.«

Wer das in den Griff bekommen will, muss den Kapitalismus reformieren, aber nicht »Diversity« mit der ideologischen Brechstange durchsetzen.

»Die von Damore angeführten high stress jobs lassen Männern entweder keine Gelegenheit, sich um ihre Familien zu kümmern, oder sie bieten ihnen die Möglichkeit, davor zu fliehen. Vielen fallen die Kinder erst dann wieder ein, wenn ihre Frauen sich von ihnen trennen wollen.«

Die Sache hat zwei Seiten, und Gärtner unterschlägt (natürlich) die zweite: dass viele Frauen es bevorzugen, den Familienjob zu übernehmen und den Mann das Familieneinkommen (oder den größten Teil davon) beschaffen zu lassen. Dieses einseitige Bürsten dieser Konstellation auf »Benachteiligung« der Frau ist so falsch wie ideologisch fehlgesteuert.

Und so geht es über den ganzen Artikel weiter bis zum Schluss mit der einunddrölfzigsten Wiederholung von Versatzstücken aus dem feministischen Ideologiebaukasten.

»Männer wie James Damore fürchten um ihre Privilegien.«

Genau. Nach dem Rest des Artikels musste das auch noch kommen. Diese Deutung hat Gärtner durch ihre eingangs vorgenommenen Falschdarstellungen ja schon vorbereitet.

»Wir Frauen müssen Grenzen aufzeigen und unsere Rechte einfordern.«

Wir Männer auch, und zwar insbesondere gegenüber einem institutionalisierten Bonzenfeminismus, der ideologieschwangere Elaborate wie das von Birgit Gärtner schon seit langem zur diskursiven Lufthoheit erhoben hat. Und genau das ist das Privileg, um dessen Verlust Frau Gärtner fürchtet.

Und das dürfte auch erklären, warum sie sich mit ihrer Falschdarstellung einen hoch aggressiven diskursiven Gewaltakt leistet.

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