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  • RalfSchr

mehr als 1000 Beiträge seit 21.03.2013

"Das Flüchtlingspotenzial ist perspektivisch in Milliarden zu messen."

Ein exzellenter Beitrag dazu von Bettina Röhl
"Das Flüchtlingspotenzial ist perspektivisch in Milliarden zu messen.
Auf dieser Realität basierend müssen die ökonomische Machbarkeiten
ausgelotet werden.

Aktuell mag es 7 Milliarden Menschen auf der Erde geben. Vor 70
Jahren mögen es zwei Milliarden Menschen gewesen sein. In kürzester
Zeit wird es eine zweistellige Milliardenzahl von Menschen sein, die
miteinander auf der guten alten Erde auskommen müssen. Es werden
täglich sehr viel mehr Menschen geboren als sterben. Die
Weltbevölkerung wird immer jünger. Der Westen stirbt aus.

Es mag unerwartete Entwicklungen geben, die das Bild ändern. Das
Flüchtlingspotenzial ist perspektivisch in Milliarden zu messen und
das hat einen einfachen Grund. Kriege und religiöse und ethnische
Spannungen wird es nach allem, was an Erkenntnissen vorliegt, auch in
Zukunft, vielleicht sogar vermehrt, geben. Ungleiche Verteilung von
Bildung und Können, von Kapital und Rohstoffen wird es in Zukunft
nicht weniger, sondern eher mehr geben.

Wenn es in den vergangenen Jahrzehnten keine Völkerwanderungen in
Richtung Westen gab, dann lag es ausschließlich daran, dass die
Menschen nicht auf den Gedanken verfallen sind, ohne Krieg und
Vertreibung oder ähnliche Gründe, in großen „Flüchtlings“-Strömen
nach Europa zu ziehen. Wenn dieser Gedanke, einmal entfesselt, ist,
wird jeder Wirtschaftsflüchtling, der im Westen physisch angekommen
ist, einen Weckruf für mehrfache Nachahmung sein.

Junge Männer, die herkommen, werden ihre Frauen nachholen und
Familien werden Familienmitglieder nachholen. Wer nach Europa zieht,
bringt noch lange keine Ankommenskultur mit und in der Mehrzahl der
Fälle auch keinerlei Qualifikation für eine berufliche Eingliederung,
geschweige denn eine Qualifikation auf Weltmarktniveau, auf dem
allerdings der Westen sein Geld verdienen muss, also auch das Geld,
das er für Entwicklungshilfe oder Flüchtlingsaufnahme oder
Integration aufzuwenden bereit ist. Auch die größten Geldtöpfe der
reichsten Staaten dieser Welt sind begrenzt.
Reiche Ölstaaten beteiligen sich an der Aufnahme von
Wirtschaftsflüchtlingen nicht

Das ist schade. Die Volkswirtschaften Europas werden doppelt belastet
und die Grenze der Überlastung ist absehbar. Die direkten und
indirekten Ausgaben für die Flüchtlingsaufnahme sind das eine, und
die Kosten der heimischen Flüchtlingsindustrie, die mit der
Flüchtlingsaufnahme einen Euro machen will oder persönliche Karrieren
fördern möchte muss vom Staat finanziert werden und die vielen dort
entstehenden Arbeitsplätze stehen für den Produktbereich der
Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung.

Das moralinsauer aufgeheizte Gerede in der Politik, in den Medien und
in der Gesellschaft über die Flüchtlinge, mit großen
Aggressionspotenzialen auf allen Seiten, ist das Gegenteil von dem,
mit dem es sich schmückt und vorgibt zu sein. Die Fakten sind
entscheidend. Und Fakt ist zuvörderst, dass eine Bundesregierung, die
sich große Koalition nennt und die fast zwei Drittel der
bundesdeutschen Wähler vertritt, dafür ist die Ströme der
Wirtschaftsflüchtlinge in Europa aufzunehmen, allerdings ohne sich
über das Management der Aufnahme auch nur im Geringsten im Klaren zu
sein.

Fakt ist, dass dieselbe Haltung auch bei der kleinen Opposition aus
Linkspartei und Grünen vorherrscht. Die Kirchen, die Gewerkschaften,
die Sportvereine, die Wirtschaft und ihre Verbände, alle sind auf
derselben Linie unterwegs. Klar, dass eine so erdrückende allmächtige
Mehrheit sich in Gestalt einzelner Wichtigtuer mutig an ein paar
Rechtsradikalen abarbeitet, die regelrecht gezüchtet werden, um
irgendeine Gegnerschaft gegen Einwanderung oder Migration aufzubauen,
auf die man aggressiv und durchaus mit den Mitteln der Hetze
eindreschen kann.

Der sehr alte Ex-Außenminister Hans Dietrich Genscher sieht die
Bundesrepublik offenbar bereits in der Nähe der NS-Zeit. Leider sind
das die Zutaten, an denen auch die Kanzlerin und der Bundespräsident,
der noch vor kurzem eine diametral entgegen gesetzte Meinung zum
Thema Migration, Flüchtlinge vertreten hat, mitmischen, aus denen
keine zielführende konsistente Politik, die möglichst viele Bürger
mitnimmt, entstehen kann.

Wirtschaftsflüchtlingen kann in der Regel wirtschaftlich sehr viel
effizienter in deren Heimat geholfen werden als im Westen. Und
natürlich kann ihnen auch in der eigenen Kultur, in der eigenen
Familie, in der eigenen Heimat das angenehmere vorzugswürdigere Leben
gelingen, inklusive Beteiligung am Aufbau neuer wirtschaftlicher
Strukturen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge.
Kann Selektion Moral sein?

Kann unmoralische Selektion Moral sein? Die Alternative jedenfalls
ist Fakt. Jeder Flüchtling, der von der heimischen
Flüchtlingsindustrie und allen beteiligten staatlichen Stellen im
Westen massiv unterstützt werden muss, verhindert de facto, dass
einer Vielzahl von Menschen in ihrem Heimatland mit demselben Aufwand
geholfen werden kann. Diese Gleichung gilt unabhängig von der Zahl
der Menschen, die hier Aufnahme finden.

Frage also: Wem soll geholfen werden? Demjenigen, der es schafft
herzukommen oder den Bedürftigen vor Ort, die nicht einmal eine
Chance haben herzukommen?

Je unqualifizierter die Flüchtlingsaufnahme gestaltet wird und je
mehr die Aufnahme skrupellosen Wichtigtuern überlassen wird, umso
größer wird die Zahl der Arbeitslosen im Westen werden. Das ist eine
bittere Realität, die gemeinhin verschwiegen wird.
Selbstbeweihräucherungen von Politikern und Anderen, die daherkommen
und sagen, dass jeder Flüchtling sofort in seinem Beruf arbeiten soll
und die sagen, dass jedes Zeugnis von Flüchtlingen sofort anerkannt
werden soll und die fordern, dass Flüchtlinge ohne Qualifikation nach
einem Sprachkurs sofort Medizin, Juristerei oder BWL studieren
sollen, betreiben Volksverarsche, um es so deutlich zu sagen, wie es
ist. Und sie betreiben dieses Geschäft für ihren eigenen Nutzen.

Auch der heimliche Wunsch vieler Politiker und anderer, dass die
Flüchtlinge die Rentenzahler und die Altenpfleger von Morgen wären,
hat mit Moral nichts zu tun. Das Flüchtlingsthema hat auch mit links
und rechts nichts zu tun. Alles, was heute aufgeregt herumgebrüllt
wird, wird morgen vergessener Schall und Rauch sein: Die Fakten
zählen.
Eine Versachlichung der Debatte scheint nicht mehr möglich, ist aber
nötig

Im Westen war es in den Siebzigern und Achtziger Jahren modern sich
gegen die Bevölkerungsexplosion zu positionieren. Manch ein Westler
ließ sich im Zuge dieser Welle selber sterilisieren. So sah „links“
damals aus. Heute ist es „links“ Völkerwanderungen und Völkerdesign
das Wort zu predigen und dabei die ökonomische Leistungsfähigkeit des
Westens hoffnungslos zu überschätzen, eine alte linke und
kommunistische Ignoranz. Auch die „Bösen“ da oben und die „bösen
Kapitalisten“ und das „böse Geld“ verfügen über begrenzte
Möglichkeiten. Das Geld kommt eben nicht auf die nächsten wenigen
Milliarden Jahre gesichert mit der Sonnenstrahlung herunter auf die
Erde, sondern es muss hier vor Ort verdient werden.

Eine Versachlichung der Debatte auf die Tatsachen konzentriert,
scheint nicht mehr möglich, ist aber das einzige, womit eine positive
Gestaltung erreicht werden könnte. Wenn der Westen seiner
Produktivität verlustig geht, und das ist keine hypothetische,
sondern eine sehr reale und akute Frage, dann kann er weder den
Menschen hier im Westen selber helfen, noch der weit größeren Zahl
von hilfebedürftigen Menschen in den Herkunftsländern der
Flüchtlinge.

Das Wort „Wirtschaftsflüchtling“ ist eine unzulässige
Herunterqualifizierung des Wortes „Flüchtling“, das gemeinhin
denjenigen meint, der vor Krieg, Terror und politischer, religiöser
Verfolgung flieht. Wer in seinem Heimatland nicht genügend verdient,
aber unendlich teure Schlepperbanden noch bezahlen kann, muss sich
einen Gedanken machen, womit er im Westen und konkret in dem Land,
das er sich vergleichsweise willkürlich auswählt, sein Geld verdienen
will. Der Sozialstaat allein ist ein sehr schwacher moralischer
Anspruch. Die wahnhafte Komponente des öffentlichen Diskurses zum
Thema „Flüchtlinge“ wirkt kontraproduktiv jeder vernünftigen Lösung
entgegen.

Es wäre schön, wenn derjenige, der die Aufnahme der sogenannten
Wirtschaftsflüchtlinge unbegrenzt will genauso wie derjenige, der die
Aufnahme nicht will, seinen Vorschlag jeweils begründen würde. Von
einem Dialog zum Thema ist die Gesellschaft allerdings weit entfernt,
und sie entfernt sich immer weiter."

http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/wie-viele-flu
echtlinge-stellt-diese-welt-zur-verfuegung/

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