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  • crumar

mehr als 1000 Beiträge seit 08.03.2007

Staatsfernsehen der BRD - das ist ARD/ZDF

Es ist doch ein Schmarrn, dass ARD und ZDF jemals wirklich aus
eigenem Antrieb unabhängig und kritisch waren.
Das ZDF wurde definitiv eingeführt, um einen regierungsunkritischen
Verlautbarungssender zu erschaffen.

Das Gebot der "Staatsferne" ist ein Scherz, wenn die Besetzung der
Rundfunk- und Verwaltungsräte so geschieht, dass staatliche Vertreter
bis zu 50% der Gremien stellen können.
In einigen Landesrundfunkanstalten hält man sich selbst daran nicht.
Noch was: Alle Bürger zahlen (in Zukunft) per Haushaltsabgabe - es
wird jedoch per Entscheidung über die Gelder so getan, als wäre der
Überweisungsträger ein Wahlschein gewesen.

Ich sehe hier das generelle Problem dieser Demokratie, wie der Passus
"unter Mitwirkung der Parteien" sich im Laufe der Jahrzehnte zu
"unter Aufsicht, Durchführung und zum Nutzen der Parteien" entwickelt
hat.
Inzwischen behandeln die Parteien den ÖR als wäre es ihr
Privatbesitz.
Die causa Brender hat doch gezeigt, dass die Parteien - bitteschön -
bestimmen möchten, wie man über sie berichtet.

Das "kritische öffentlich-rechtliche" ist m.E. nichts als ein Abbild
der historisch kurzen Epoche, als es noch einen linken Flügel in der
SPD und eine wirklich liberale FDP gab.
Daraus - nämlich aus einem eher linken Jahrzehnt - leitet sich der
Nimbus des ÖR ab.
Das Privatfernsehen (des Kanzlers Kumpel Kirch) wurde von der CDU
natürlich erschaffen, um ein mediales Gegengewicht zu genau diesem zu
haben. 
Seit aber die SPD neoliberal gewendet wurde und die Liberalen die FDP
verließen gab es auch im ÖR Spaßterror und Sonntage mit Christiansen
- es passte genau so in die Agenda.

Weil wir eine neoliberale Politik haben, die gegen die Interessen der
Mehrheit der Bevölkerung gerichtet ist, muss diese Politik, die nur
dem Interesse der Minderheit dient durchgesetzt werden.
Das ist die Funktion der Medien der letzten 20-30 Jahre: Die
Durchsetzung dieser Minderheitsinteressen propagandistisch zu
ermöglichen. 
Und der ÖR wurde auf diese Funktion eingeschworen und hat sich
einschwören lassen - weil auch die Zusammensetzung der Institution
nicht demokratisch, sondern nach politischem Proporz erfolgte.

Und schaut euch doch bitte mal selber an: Wer von uns nutzt denn noch
den ÖR zur Informationsbeschaffung?
Wer schaut denn noch Tagesthemen und fühlt sich wirklich informiert?

Ich wette jeden Betrag, dass wir "telepolis" und dieses Forum einfach
nehmen könnten, eine Sendeanstalt kapern und aus dem Stand bessere
Nachrichten produzieren als alles, was vorher lief.

Gruß, C.

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