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  • exkoelner

mehr als 1000 Beiträge seit 28.06.2012

Oligarchen aller Länder vereinigt euch?

Was der deep state mit Präsidenten macht, die nicht im Sinne des RIK und der Wallstreet handeln, hat man ja schön an den Kennedys gesehen. Und die Sanktionen gegen Russland, aber auch die schon beschlossenen, aber noch nicht angewendeten gegen Handelspartner der Russen und Iran, sind ja vom Kongress und Senat weitestgehend mitgetragen. Also bei mir erweckt das den Eindruck, dass das was Trump da so veranstaltet, nicht die Aktionen eines einsam in der Wüste stehenden US-Präsidenten sind, sondern auch bei vielen US-Oligarchen ihre Zustimmung findet.

Wie bei uns, in Japan und sonstwo ist ja wohl weiterhin das Hauptbestreben des Establishments, eine stärkere Beteiligung der gesamten Bevölkerung an den gesamtgesellschaftlichen Gewinnen zu verhindern. Ob H4 oder die expansive Geldpolitik, die Zuwanderungspolitik, höhere Ausgaben für Militär etc. - es kommt immer dasselbe dabei raus: Einkommen aus Arbeit lohnt sich zunehmend weniger. Nur zur Erinnerung: 60er/70er - ein Alleinverdiener plus Frau und Kinder = Haus, Auto, Urlaub, Rente. Heute: 2 Vollzeittätige, und tun sich schwer selbes mit weniger Kindern zu erreichen. Und der Trend geht ja ungebrochen weiter nach unten, in allen OECD-Ländern.

Die einzigen, die da noch statistisch irgendwie nicht rein passen, sind die Chinesen. Dort wächst die Mittelschicht, aufgrund hoher Investitionen in Produktion und damit in Arbeit und Einkommen. Warum sich jetzt japanische Oligarchen, mit EU-Oligarchen und Ost-Oligarchen mit China zusammen tun sollen, um gegen ihre besten Kumpels, den US-Oligarchen anzukämpfen, erschließt sich mir nicht. Die derzeitige Form des neuen Raubtier-Kapitalismus, den man ja erst mit der bedingungslosen Globalisierung und dem freien Kapitalverkehr in den 80ern wieder erst eingeführt hat, führt ja automatisch zu Handelskriegen. Überall im Westen verrottet die Infrastruktur, degenerieren die Arbeitsmärkte und Sozialsysteme, weil man zunehmend die Gewinne für die Hütchenspiele am Finanzmarkt und im Welthandel nur noch steigern kann, indem man woanders etwas weg nimmt. Und das sind eben die Schwächsten in der Nahrungskette, die Arbeitnehmer und unterentwickelte Länder. Und das geht ja ungebrochen weiter.

Ich weiß nicht, ob die aktuell medial hochgekochten Handelskonflikte, ein bisschen Zoll hier und da, das hergeben. Mit der Ausbeutung statt Investitionen verdienen sich seit Jahrzehnten im Westen das Establishment dumm und dusselig, und damit das so bleibt sind klare Feindbilder nach Außen notwendig. Und das sind traditionell der Russe, der Chinese. Und damit die ebenfalls traditionell rebellische Jugend beschäftigt ist, im Sinne des Systems, und nicht für mehr Einkommen oder Arbeitnehmerrechte, gab man ihr einen systemkonformen inneren Feind, Trump oder die "neue Rechte". Da kann sie sich schön abkämpfen, Lohn- und Besitzverteilung bleibt davon völlig unberührt. Der Handelskrieg wäre ja sofort weg, wenn man von der angebotsorientierten wieder zu einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik umschwenken würde. Wenn Wachstum nicht nur als Index nur noch an Börsen und Immobilienmärkten zu finden wäre, sondern auch bei den Einkommen und Kaufkraft. Und damit das so bleibt, ist Trumps destruktive Politik eine super Begründung für allerlei politischen und ökonomischen Schabernack, der auch hier davon ablenkt, das bei sinkender Kaufkraft Gewinne nur gesteigert werden können, wenn man der Mehrheit etwas wegnimmt.

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