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  • hgeiss

417 Beiträge seit 06.08.2014

Dem Menschen ist nur wenig abzunehmen

Tun wir mal so, als hätten die Nerds, die mit künstlicher Intelligenz die Welt retten wollen, wirklich das Wohl der Menschen im Auge und nicht das ihrer Finanziers. Nach ihrem Weltbild ist der Mensch doch ein fehlerhaftes Konstrukt, das es zu verbessern gilt, dem man mit elektronischen Speichern das Gedächtnis ins Unermessliche steigern soll, die Kraft ihrer Arme ins titanenhafte verstärken, die Zeitspanne ihres Lebens verlängern, ihnen mit klugen Maschinen die mühevollen Arbeiten abnehmen.
1995 behauptete der Oberhirni des US-Imperiums, Zbigniew Brzeziński, auf einer Versammlung des Global Braintrust, Zitat Wikipedia:
„Aufgrund des Wachstums der Produktivität gehe die (bezahlte) Arbeit aus. In Zukunft würden daher 20 % der Weltbevölkerung ausreichen, um alle benötigten Dienstleistungen und Güter zu erbringen bzw. zu produzieren. Die restlichen 80 % der Bevölkerung müssten dann von Transferleistungen leben.“
Wie dem schreienden Säugling die Brust gegeben wird, müssten dann, die in der Produktion überflüssigen Menschen mit trivialer Unterhaltung (Fernsehen, Internet usw.) „bei Laune gehalten werden“.

Nun ist aber in den seither vergangenen 2 Jahrzehnten Automatisierung und Know-how exponentiell weiter gewachsen sind, grad so wie die globalen Bevölkerungszahlen.

Warum sollten sich die Eliten die 80 Prozent überflüssigen Fresser und Dreckverursacher erhalten wollen? Zur Unterhaltung? Wegen des Nervenkitzels? Wegen eines Massenexperiments? Zur Erhaltung des Gen-Pools? Aus Skrupel? Weil sie für Umsatz sorgen? Oder bricht dann für die Menschheit der Kommunismus aus, den der junge Marx ja einmal sinngemäß so beschrieben hat: „man könne dann jagen, fischen gehen und den Garten bestellen usw. und alles das mit Freude tun, was unter kapitalistischen Produktionsbedingungen Mühsal und Fron war.

Doch für die meisten Menschen in den Großstädten sind die erwähnten Freuden kaum möglich, ihnen bleibt nur Drogen, Facebook und Netflix, dazu ein wenig öffentlich rechtliche Glotze, insgesamt also ein im Grunde erbärmliches Leben aus zweiter Hand.

Jeder Allmachtshoffnung in „künstliche Intelligenz“ ist also zu misstrauen, schon ihre Vorläufer die Halb- und Vollautomaten haben den Menschen zum bemitleidenswerten Beiwerk degradiert. Krücken sind sinnvoll nach einem Unfall, ansonsten schaden sie, so sehr wie zuviel weicher Fraß den Zähnen, die alleine durch Beißen gesund bleiben.
Taschenrechner, Navi und Smartphon sind wunderbare Spielzeuge, können aber auch zu Krücken werden, denn eigene Denkleistung ist für unsere geistige Gesundheit unabdingbar. Deshalb ist es ein Irrweg, dem Menschen immer alles abnehmen zu wollen, er braucht die Belastung, körperlich und geistig, die seinen Fähigkeiten und seiner Belastbarkeit angemessene Belastung, die nicht statisch ist.

Ich glaube von Schopenhauer stammt der Satz, dass es für Menschen nichts Schädlicheres gäbe, als wenn man ihm auf Dauer das Brot schenkt.

PS: Eine Problemlösung durch Aussiedeln von Menschen in den Weltraum, wie es Genie Stephen Hawking haben möchte, ist weder möglich, noch würde es die Probleme auf der Erde lösen. Diese lösen wir nicht mit mathematischen und physikalischen Formeln, sondern nur mit einer neuen Ethik und praktischem Verstand.

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