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  • freudhammer

715 Beiträge seit 14.12.2014

Missbrauch des Faschismus-Begriffes

Den Begriff Faschismus benutzen wir gerne, wenn uns kein abscheulicheres Wort für etwas abgrundtief Schlechtes mehr einfällt. Es steht für Gewaltherrschaft, Terror, irren Nationalismus, Obrigkeitsstaat, unmenschlichen Bürokratismus, Rassismus, Militarismus, Naturzerstörung und ist Plutokratie in ihrer brutalsten Form. Dass einige der genannten Attribute auch für einige der kommunistischen Herrschaftssysteme zutrafen, wurde bei Telepolis erst vor einigen Tagen debattiert.
https://www.heise.de/tp/features/Die-Menschen-zwingen-fuer-den-neuen-Staat-zu-arbeiten-4439698.html

Mir geht es mit meiner Wortmeldung aber um den missbrauchten Begriff „Antifaschismus“, der heute geradezu ins Gegenteil seiner ursprünglichen Bedeutung verkehrt wurde. Von der sogenannten „Antifa“ mag ich gar nicht reden, denn die scheint mir vielfach eine missbrauchte und unreife Truppe zu sein, die tatsächlich oft denen zuarbeitet, die sie eigentlich als Gegner auf dem Schirm haben sollten. Mit „echten“ Antifaschisten, also Widerstandskämpfern gegen Tyrannei, scheinen sie mir wenig zu tun zu haben. Aber ich weiß, so pauschale Urteile tun immer Leuten Unrecht. Mein Eindruck ist, dass sie in ihrer Gesellschaftsanalyse auf halben Weg stehen geblieben und – etwa wie die Grünen – von fremden V-Leuten geentert worden sind.

Doch zum eigentlichen Thema.
Wenn nun aber die Linke die Wahl eines Schwarzen, also eines Vertreters einer Partei, auf die etliche der oben genannten Attribute zutreffen, als antifaschistische Tat hinstellt, dann kann diese Partei nicht mehr bei Trost sein, ja schlimmer, sie treiben mit dem Begriff Schindluder. Wo ist der große Unterschied zwischen der CDU und der AfD. Ist Letztere nicht eher so eine Alt-Union, der vor wenigen Jahren noch hätte Angelika Merkel vorsitzen können? Wer daran zweifelt, sollte sich ihre alten Reden, etwa zu Migration und Multikulti zu Gemüte führen.

Jedes Gaunersystem lässt sich nur durch äußere Feinde aufrechterhalten, wenn es diese nicht gibt werden sie künstlich geschaffen. Um davon abzulenken, dass die Regierungen der Bundesrepublik seit ihrem Bestehen an der rechten Wand entlang schrammten, wird mit großem Aufwand an krimineller Energie und absichtlicher Sprachverwirrung krampfhaft versucht, dort noch rechteren Popanz zu installieren, der sich, wie in Chemnitz, aber manchmal in Luft auflöst.

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