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  • hgeiss

705 Beiträge seit 06.08.2014

Bei Pomrehn reimt sich an jeder Ecke die Klimaangst

Sind früher die großen Flüsse regelmäßig über die Ufer getreten und haben das umgebende Land mit fruchtbarem Schlamm gedüngt, hat man das durch Dämme verhindert. Die Flüsse wurden durch Deiche eingezwängt und durch Querdämme werden, wenn ein Damm bricht ganze Abschnitte (Polder) zu Badewannen, die auch alle Ortschaften bedrohen, die über Jahrhunderte nie abgesoffen sind, weil sich zuvor das Wasser kilometerweit verteilt hatte. Wäre es anders gewesen, hätte man die flussnahen Ansiedlungen nie angelegt. Heute erhöht man die Deiche und so Siebengscheite (auch in diesem Forum) sehen die Lösung mit der Aufgabe der Dörfer an den Gewässern, statt vor der eigenen Haustür Verhältnisse zu schaffen, die große Regenmengen durch Beenden der Versiegelung, Wiederherstellung der Wasseraufnahmefähigkeit der Böden dezentral angehen. Die Hochwasser entstehen nicht an den großen Flüssen, sondern in der Fläche, also bei jedem von uns, vor unseren Augen!
Hier könnte man nun eine lange Liste von Gegenmaßnahmen anführen, etwa dem Zurückschrauben von Maisanbau in Hanglagen, der die Erde die meiste Zeit des Jahres vegetationslos zum Abschwemmen freigibt, Zurückfahren des Neubauwahns, und dem Heimaten zerstörenden Baus von immer neuen Straßen und Gewerbegebieten usw.
Diese versiegelten Flächen und die krebsartige Ausbreitung urbaner Räume wiederum beeinflussen auch das Klima, durch Aufheizung der Luft. Auch manche Trockenheit an Flüssen ist direkt durch Großbaumaßnahmen beeinflusst, so werden etwa zum Betrieb des Main-Donaukanals, der ja quasi über einen Berg führt, große Mengen Donauwassers ins wasserarme Frankenland gepumpt, was in Trockenzeiten an der Donau die Fahrrinnentiefe für die Schifffahrt verringert, was man durch die völlige Zerstörung des Flüsse durch Staustufen wettzumachen versuchte. So gebiert eine Dummheit die nächste und ein abgeschlagener Kopf der Hydra lässt zwei neue wachsen.

PS: Der Erhalt des letzten Stückes freifließender Donau zwischen Straubing und Vilshofen war Horst Seehofers größte Tat seiner politischen Karriere. Man fragt sich, wo sein Mut beim Corona-Wahnsinn geblieben ist.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.07.2020 11:51).

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