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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

Von Ermittlungsanfang bis zum Urteil hat man die Einzeltäterversion durchgezogen

Dabei sprach nicht nur vom möglichen Tathergang auf Lübckes Terrasse her vieles für zwei Täter. Die Dorfbewohner hatten auch zwei unbekannte Fahrzeuge nach der Tatzeit aus dem Ort fahren sehen. Und H. wurde keineswegs nur von Ernst der Mittäterschaft beschuldigt, sondern auch von seiner Ex-Freundin.

Das interessierte das Gericht wenig. Selbst die von der Bundesanwaltschaft aus Verlegenheit konstruierte "psychologische Beihilfe" spielte keine Rolle. Ziel war es offenbar von Anfang an, Markus H. vom Verdacht der Beihilfe oder gar Mittäterschaft zu entlasten. Es blieb eine merkwürdige Bewährungsstrafe wegen unerlaubter Manipulationen an einer Schusswaffe. Warum H. aber überhaupt einen Waffenschein hatte, obwohl seine Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen aktenkundig waren, wurde nie aufgeklärt. Selbst die Frankfurter Rundschau kam im Mai letzten Jahres zu dem Urteil, dass bei H. eine Tätigkeit für den Inlandsgeheimdienst, der sich bekanntlich ironischerweise Verfassungsschutz nennt, nicht auszuschliessen ist.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Familie Lübcke als Nebenkläger gegen das Urteil für H. in die Revision geht. Vom Revisionsverfahren sollte man sich nicht viel versprechen, aber immerhin könnte das die Diskussion über Deutschlands Geheimdienste und den Rechtsextremismus etwas beleben.

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