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  • superdau2

21 Beiträge seit 27.04.2001

Meine Erfahrungen mit Solarthermie

Ich habe 1997 eine Solarthermieanlage eingebaut.

Konfiguration:
Einfamilienhaus, 4 Personen
Solarkollektortyp: Flachkollektor mit Kupferlamellen
Kollekortfläche: 6m²
Ausrichtung nach Süden, 30° Neigungswinkel.
Der Kollektor befindet sich auf dem aufklappbaren Deckel der ehemaligen Kohlenschütte auf ca. 1m Höhe.
Ein 300l Speicher wurde damals mit installiert.
Für den Kollektor läuft ein Solarregler (5W) und eine Umwälzpumpe (100W bei 100% Last).
Die Pumpe läuft nur wenn T Kollektor > T Speicher und dann auch analog angesteuert dass ein gewisses Delta T zwischen Speicher und Kollektor gehalten wird.

Ich habe für das Material damals etwa 5000DM bezahlt und den Kollektor selbst eingebaut.
Ich hätte auch Förderung bekommen wenn der Kollektor durch eine Fachfirma eingebaut worden wäre, aber ich bekam Probleme.
Jede Klemptnerfirma bei der ich anfragte, wiegelte mein Ansinnen ab.
Die Argumente habe ich alle schon hier im Forum gelesen:
- zu aufwändig
- lohnt sich im kalten Deutschland nicht
- man weiss nicht....
Mir wurden immer wieder neue Heizkessel angeboten, aber man sah sich ausserstande ein Angebot für einen Kollektor zu machen.
Also Eigenleistung.
Die Teile musste man sich damals noch bei Hardcore-Ökos besorgen, normale Heizungsbauer hatten sowas nicht im Katalog.

Meine Erfahrungen:
Von Mai bis September muss ich normalerweise nicht dazuheizen.
Das bedeutet, das in der Zeit in der ich das Haus nicht heizen muss, ich auch das Wasser nicht beheizen muss.
Jeder kann sich in etwa ausrechnen, wieviel Brennstoff er in diesem Zeitraum einspart.
Nicht im jeden Fall muss sich das finanziell auszahlen.
Da meine Heizung auf Holz (und runter in den Keller laufen zum Heizen) basiert, ist die Anlage vor allem ein echter Komfortgewinn und musste sich damals auch nicht finanziell rechnen.
Wobei 1997 der Ölpreis noch bei 50Pf/l lag.....

Wartung der Anlage:
Keine

Reparaturen:
Ein Zuleitungsschlauch zum beweglichen Kollektor brach vor ein paar Jahren, den habe ich gekürzt und danach die Anlage wieder befüllt. 20€ für Solar-Flüssigkeit (Ungiftiger Frostschutz wegen der Verwendung im Wärmetauscher mit Trinkwasser).

Die Lebenserwartung der Anlage hatte ich damals auf 10 Jahre geschätzt.
Jetzt ist sie 17, sieht immernoch gut aus und wird bald Volljährig. :)

Mein Fazit ist, das rein technisch gesehen sowohl Aufbau als auch der Betrieb der Solarthermieanlage vollkommen unproblematisch ist.
Ich habe seit meinen Erfahrungen damals ein angespanntes Verhältnis zu Klemptnerfirmen und deren Beratungsleistung.
Aber ich sehe auch, dass hier (an der Ostseeküste) inzwischen viele Ferienwohnungen Solar beheiztes Wasser verwenden. Und die brauchen das meiste Wasser ohnehin in den Sommerferien. Also haben auch andere die Wiederstände überwunden und die für ihren Anwendungsfall passende Technologie gewählt.

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