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  • cybergorf

mehr als 1000 Beiträge seit 23.08.2001

Diskussionskultur

Es ist schade wie tief die Diskussionskultur in Deutschland inzwischen gesunken ist.

Eigentlich soll eine Diskussion ja dazu dienen die Stichhaltigkeit der Argumente anzuklopfen. Dabei geht es dann um Positionen zu einem bestimmten Thema, einer bestimmten Sache.
Die politische oder weltanschauliche Einordnung der Diskutanten ist dabei zweitrangig.

Es geht um Rede und Gegenrede! Bei einer guten Diskussion übernimmt man dabei in der Gegenrede daher auch gerne einen Standpunkt ein, der evtl. überhaupt nicht der eigenen Empfindung entspricht.
Man spielt den Advocatus Diaboli und versetzt sich in eine Position, die der ursprünglichen Rede diametral entgegen steht.
Nur so kann man das Gewicht der Argumente halbwegs realistisch abwägen.

Hierzulande passiert jedoch das Gegenteil:
die Position die jemand einnimmt wird in Vorfeld bewertet und anhand dieser Position werden die Argumente gewichtet, sofern derjenige sich überhaupt noch äußern darf.
Denn Worte aus der falschen Position heraus sind per Definition ja bereits gefährlich, populistisch oder schlicht unglaubwürdig.

(Beispiel im Forum zu diesem Beitrag.
In einem Trend weiter untern verwendete ich doch tatsächlich den Begriff "stramm".
Ein Wort das für mich selbst keine politische Einordnung besitzt, sondern gemäß seiner übertragenen Bedeutung für "stur sein, unbelehrbar sein" steht (Wiktionary).
Allein durch die Verwendung dieses Begriffes wurde ich jedoch allen Ernstes als "rechstextrem" bezeichnet, was natürlich meine weiteres Aussagen als nicht beachtenswert einstuft.)

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.07.2016 21:58).

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