Daß für deutsche (indische, US-) Politiker die Interessen ihres eigenen Landes am wichtigsten sind, ist kein Fehler, sondern gehört zu dem uralten, klassischen Familien-Denken. Die eigene Nation, das ist die erweiterte Familie, der erweiterte Clan.
Nicht umsonst stehen auch im Grundgesetz die Eidformeln der Minister und Beamten, in denen der Vorrang für die eigene Nation zu versprechen ist, in Form von "Schaden wenden, Nutzen mehren". Daß eine schnellere Abkehr von fossilen Energieträgern die eigenen Kosten steigen lässt und Industrien abwandern, ist evident; daher entscheiden die Politiker anderer Länder prioritär für IHR Land. Unsere Regierung sieht das anders.
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Freie Marktwirtschaft geht auch mit strengen ordnungsrechtlichen Vorgaben des Staates, siehe Ludwig Erhard. Und auch frühere US-Regierungen hätten Riesen-Machtkonglomerate wie BlackRock schon frühzeitig verhindert und entflechten müssen, ebenso wie die marktdominierenden Firmen wie Microsoft, Amazon, Google etc. Aber wir sind nicht mehr in einer freien Marktwirtschaft, sondern in einer besonderen Art von StaMoKap. Wenn, wie in Deutschland, die Staatsquote über 50 Prozent liegt, kann man von freiem Markt und ursprünglichem Kapitalismus nicht mehr sprechen.
Es ist ein abartiger Kapitalismus, der neben der Regierungsnähe in den westlichen Staaten ua dadurch gekennzeichnet ist, daß die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft entkoppelt ist. Dies wiederum entstand daraus, daß Geld zu reichlich und zu billig in die Finanzwirtschaft geflossen ist, die dadurch die Realwirtschaft vergiftet hat: Aktien und Immobilien sind weit überbewertet, weitgehend unabhängig von den erreichbaren Erträgen.