Deutschlands Regierung wird Israel nicht öffentlich kritisieren oder rügen.
Das verbietet die Staatsraison.
Wer das nicht versteht, dem kann man nicht helfen.
Das äußerste an Kritik, was sich Deutschland an Israel erlauben kann ist das:
"Die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland möglicherweise nicht zielführend für einen Friedenskompromiss."
"Das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza ist möglicherweise härter als militärisch notwendig."
Das ist die diplomatisch verklausulierte, gesichtswahrende, Verurteilung israelischer Politik.
Im Klartext bedeutet der erste Satz, dass man die Siedlungspolitik als kontraproduktiv für einen Frieden verurteilt und der zweite, dass man das Vorgehen als maßlos übertrieben ansieht und ebenfalls verurteilt.
Nachdruck verleiht man durch die Floskel, man sei zutiefst besorgt. Das heißt im Klartext, dass dann Israel eine andere Politik einschlagen soll.
Alles was darüber hinausgeht, können sich die Nachfahren des Holocaust-Täter-Volkes gegenüber den Nachfahren der Opfer nicht erlauben. Das verbietet jedweder Anstand.
Die USA, Großbritannien oder Frankreich können sich eine andere Wortwahl erlauben.
Deutschlands Regierung aber hat hier einfach die Klappe zu halten.
Bei aller Kritik an der deutschen Außenpolitik scheint zumindest das noch so weit von der Regierung beherzigt zu werden.
Baerbock hat ja gegenüber China und Russland schon einmal Klartext geredet. Auch wenn sie inhaltlich Recht hatte, ihr Job ist es, das gesichtswahrend zu formulieren.
Gerade in China wird auf so etwas äußerster Wert gelegt.
Jetzt macht sie es richtig, dann ist es auch wieder nicht recht.
Unter vier Augen, nicht öffentlich, geht sicher auch für deutsche Regierungsmitglieder, Tacheles mit Vertretern der israelischen Regierung zu reden. Aber auch da verbietet es sich, mit einer Attitüde moralischer Überlegenheit aufzutreten.
Ist das so schwer zu verstehen?
Der Rest der Welt will weder im Positiven noch im Negativen am deutschen Wesen genesen.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.10.2023 13:08).