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  • Flari_

mehr als 1000 Beiträge seit 08.09.2009

Religionsunterricht Ende der 60er an meiner hamburger Schule:

Religionsunterricht Ende der 60er bis Anfang der 70er an meiner
hamburger Schule:
Dort wurde im Religionsunterricht so unterrichtet, wie es sich heute
viele für den Sozialkunde-, Geschichtsunterricht, o.ä. vorstellen.
Es wurde kritisch über die gesamte  Geschichte des Christentums
unterrichtet, mit den blutigen Kreuzzügen, Hexenverbrennung,
Unterdrückung der Bevölkerung, usw..
Ebenso wurde vieles aus allen anderen grösseren Religionen behandelt,
also Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus, ...
Alles hochinteressant und lehrreich, meine Zensur schankte zwischen 1
und 2.

Dann zog meine Familie ins altbackene NRW um.. :-((
Statt über Religionen zu reden, wurden dort Bibelverse auswändig
gelernt und der Unterricht mit Zwangs-Gebet angefangen und beendet..
Gymnasium, 9te Klasse!
Gebetsverweigerung ergab automatisch einen Verweis im Klassenbuch und
eine 5 oder 6..
Also war ich da direkt (als einziger der Klasse) draussen..
Der Religionslehrer war auch für Deutsch zuständig..
Also rutschte ich auch dort von einer 1 auf eine 5..
So erpresst man Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zum richtigen
Glauben, bzw. versucht(e?) es!
Ich habe es vorgezogen, die Schule zu wechseln und aus der Kirche
auszutreten.

Ich habe nicht das Gefühl, dass sich in konversativen Regionen da
genügend verbessert hat, soweit ich das anhand von Erzählungen
heutiger Jugendlicher beurteilen kann.
Nur dass die heutige Jugend (und ihre Eltern) insgesamt etwas
selbstbewusster geworden ist und sich ggf. zur Wehr setzt, zur Not
auch gerichtlich.

In meinen Augen gehört der konfessionsgebunde(!) Religionsunterricht
an Schulen absolut verboten!
Gleichzeitig befürworte ich einen kritischen, konfessionslosen
Plicht-Religionsunterricht, der aber nicht von Pfaffen, Pfarrern,
Pastoren oder Imanen ausgeführt werden darf.
Wo sonst können Kinder und Jugendliche leichter Verständnis für
andere Konfessionen erlernen?
Wenn jemand Beten oder Verse lernen möchte, DAS kann/soll er in
seinen Gotteshäusern machen.

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