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  • DcPS

mehr als 1000 Beiträge seit 19.02.2018

Schusysteme sollten ideologiefrei Wissen vermitteln und Menschen reifen lassen

Generationen von Jugendlichen wurde auf bayerischen Schulen, vor allem an Gymnasien, schon in den frühen Teenager-Jahren eingeschärft, dass es selbstverständlich Konsequenzen für ihr späteres Leben und ihren Platz in der Gesellschaft hat, was sie hier tun und lassen. Besonders eine der häufigsten "Jugendsünden" in einer Leistungsgesellschaft – ein schulischer Leistungsabfall in der Pubertät – konnte und kann einschneidende Konsequenzen haben.[/aquote]
Was richtig ist, ist in den daraus gezogenen Schlüssen wiederum falsch.
Schlechte Leistungen gehören nicht zu Jugendsünden, sondern zum Leistungsverhalten. Da geht Leistungsvermögen ein, und das Ergebnis sind unterschiedliche Chancen im weiteren Leben.
Jugendsünden umfaßt da ganz andere Dinge, und die behält jeder ganz gerne für sich. Fehler, aus denen man lernt, Grenzen, die man erkennt, jede Menge Blödsinn, auf den man später verzichtet. Wenn man die Schule verläßt, hat man seine Ausrüstung, seine Erfahrungen, und dann, erst dann, fängt das Erwachsenenleben an. Alles gut so.
[
quote]Dem letzten Satz kann in dieser Allgemeinheit nur zugestimmt werden – wenn denn ein Entwicklungsprozess stattfindet. Allerdings passt dieser Satz nicht zu dem Schulsystem, an dem Bayerns Konservative verbissen festhalten – obwohl Aiwanger selbst den schulischen Frust seines Bruders über dessen Sitzenbleiben dafür verantwortlich macht, dass dieser ausgerechnet ein Pamphlet mit Holocaust-Witzen verfasst habe.

Hier fängt dann das Phantasieren an. Schulsysteme sind recht gleich. Es gibt die Zielsetzung, einmal gute Leistungen zu erbringen, und zu lernen, wie man sich verhalten sollte. Beides graduell unterschiedlich, und mit landestypischen Vorstellungen durchsetzt. Schließlich bleiben die meisten Schüler im Land.
Was die Leistungserbringung ansteht, da wünsche ich mir eine eher einheitliche Stoffvermittlung, zumindest in vielen Fächern - aber selbstverständlich ist etwas Individualität nicht schlecht. Auch, Menschen leicht unterschiedliche Arten des Umgangs beizubringen ist für die gesamte Gemeinschaft nicht immer negativ, Humanismus sollte allerdings überall dabei sein.
Trotzreaktionen wie das Flugblattschreiben kommen überall vor, eine menschliche Schwäche, erst mal anderen die Schuld zu geben, und diese sich selber gegenüber zu verdrängen. Das ist etwas, was mit Selbstvertrauen zusammenhängt, warum sollte man das zerstören? Selbsterkenntnis kommt erst später im Leben, viel später. Manche erleben das nie.
Wenn man für solche Fälle das Schulsystem verantwortlich macht, sollte man dann zumindest begründen, was tatsächlich falsch gemacht wird, und welche Fokgen es gat, wenn anders vorgegangen würde. Einfach etwas vorzuschreiben, jahrhundertealte Erfahrungen über Bord zu werfen, ist unproduktiv, insbesondere wenn es von denen kommt, die da nicht die jahrzehntelange praktische Erfahrung haben, aber bestimmen wollen, wie es funktionieren soll. Wokeness ist ungut, lenkt zudem ab von realen Problemen. Ein linker Irrweg, der auch die Partei leider in die Ablehnung durch die Bürger führt. Was verändert werden soll, muß vorher sachlich begründet sein, mit einer Folgenabschätzung, die sachlich determiniert sein muß, objektiv bleibt.
Da ist mir die Autorin tatsächlich ins Phantastische abgeglitten, pauschaliert mit Phrasenteilen.
Nicht das Schulsystem muß geändert werden (weil Menschen immer Menschen bleiben), sonder die Ziele der kommenden Zukunft, sofern man sie zu erkennen vermag, leicht angepaßt werden. Wissen und Leistungsbereitschaft ist immer notwendig, und angepaßte Schulen könnten da mehr herausholen (gab es in der DDR). Ideologie gehört weniger in eine Schule, eher in den philisoohischen Bereich. Was richtig und falsch ist, ideologisch gesehen, muß jeder für sich selbst herausfinden. Die DDR-Parteidiktatur hat versucht, ihre Ideologie zu vermitteln: mit katastrophalem Erfolg, die Menschen stiegen aus (privat vor Katastrophe). Wahrheitssuche und Intellekt als Bildungsziel vertragen sich nicht mit Parteilichkeit, eine systemübergreifende Wahrheit. Das man Kenntnisse über Ideologien vermittelt, über ihre Folgen und Auswirkunfen redet, und so die Schüler zum selbständigen Denken erzieht, das wäre sinnvoll. Lehrer, die dies tun, sind die, die sich in den Erinherungen der Schüler ein leben lang festsetzen. Gute Lehrer unabhängig vom Bildungssystem.
Akzeptiert die Autorin diese Lebensrealität?

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